Ackerbau – Kalter Ostwind verlangsamt die Nähstoffumsetzung

Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 10.04.2026

„Oberflächlich sind die Böden bereits wieder trocken geworden,“ so der agile Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender am Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim im Vorfeld regional gültigen Empfehlungen. „Einige spät gesäte Weizenflächen starten verhalten in die Bestockung und bleiben in der Entwicklung zurück.“ Der kalte Ostwind und die kühlen Nachttemperaturen verlangsamen die Nähstoffumsetzung und entschleunigen das Wachstum. Erster Regen ist gefallen in den nächsten Tage ist mit etwas Niederschlag zu rechnen. 

 

Sommergerste - Die Gerste ist einheitlich aufgelaufen, der Ackerfuchsschwanz ist im 1-Blatt-Stadium. Die Unkräuter sind bisher nur verhalten vorhanden. Auf Problemstandorten mit Ackerfuchsschwanz sollte dieser „solo“ mit 1,2 l/ha behandelt werden. Eine Kombination in Extremfällen wäre auch: 1,2 l/ha Axial 50 + 2,0 l/ha Boxer. Allerdings ist hier nur eine Zulassung von Boxer gegen breitblättrige Unkräuter vorhanden ab dem 3.Blattstadium der SG. (Beratung einholen). 

Auf den regulären Sommergertenflächen konzentriert sich die Behandlung auf Flughafer und Unkräuter nach den Niederschlägen. Hier kann mit „übersichtlichen“ Aufwandmengen ausreichende Wirkungsgrade erzielt werden. Beispiele: 80-100 g Concert SX, 25 g Artus+ 50 ml Saracen, 1,0 Ariane C, 0,8 – 1,0 Omnera LQM, 1,0 Zypar und vglb. Produkte.

 

Getreide  - Die Bestandsentwicklung im Getreide ist unterschiedlich. In warmen, gut versorgten Standorten befindet sich Wintergerste in BBCH 31-(32). Auch der Weizen ist Ende Bestockung. In kühleren Böden, schweren Standorten haben die kühlen Tage die Entwicklung ausgebremst. Die Bestände sind aufgrund der Herbstentwicklung relativ dünn. Nun steht die Frage zum Einsatz von Wachstumsreglern an. Da man insbesondere CCC auch einen Einfluss auf die Wurzelentwicklung nachsagt, sollte eine gutes Wurzelwerk ausgebildet sein. Auch der Feuchtigkeitshaushalt im Boden ist mitentscheidend. Nach den erwarteten Niederschlägen kann über den Einsatz von Wachstumsreglern entschieden werden. Hier fließen die betriebseigenen Erfahrungen zu den Standorten, Bodenart, Düngeniveau, erwartete Wasserversorgung für die Dosierung ein.

 

Wachstumsregler – Standardlösungen

Winterweizen

ab BBCH 31 

0,3 bis 0,4 Liter/ha Moddus/Calma/Countdown  

0,3 Liter/ha Moddus + 0,6 Liter/ha CCC 

Anmerkung: In frühen Saaten ist zum 1. Knoten ein guter Termin für eine Kombination aus Moddus und CCC. 

Dinkel

ab BBCH 31 

0,5 bis 1,0 Liter/ha Manipulator oder 0,4 Liter/ha Countdown NT oder Moddus

Anmerkung: Zulassung von Manipulator, Countdown NT und Moddus vorhanden. 

Wintergerste

ab BBCH 30 bis BBCH 32 

0,3 L/ha in Zweizeiler bis 0,5 L/ha Mehrzeilern auf gut gedüngte Flächen Moddus, Calma 

Durum 

Anmerkung: Zulassung von Shortcut XL und Regulator, Moddus, Moxa vorhanden 

 

Winterraps - Die Blüte startet in den frühen Lagen, die späteren Bestände ziehen mit der nächsten Schönwetterphase nach. Die Pflanzen haben eine guten Stängelbasis entwickelt. Momentan stehen im Raps keine Maßnahmen an. Das Rapsglanzkäferauftreten ist gering-moderat und überschreitet die Schadschwellen nicht. Nur auf den Frühblühern sind einzelne Käfer zu finden, im Hauptbestand nicht. Teils sind erste Kohlschotenrüssler zu finden, die aber derzeit noch keinen Schaden verursachen können. Erst zum Blütenbehandlungstermin ist zu entscheiden ob diese erfolgen soll. 

 

Zuckerrüben - Die Zuckerrüben, die zum Saatzeitpunkt 20. bis 22.März gesät wurden, sind gut aufgelaufen. Die Bodenstruktur ist nicht verschlämmt. Bisher sind keine Schäden durch Schnecken oder Insekten vorhanden. Bitte während der Niederschläge weiter beobachten. Erste Unkräuter laufen ebenso auf. Nach den Niederschlägen, bei Bedarf schon morgen, steht die 1.NAK an. Aus Verträglichkeitsgründen sollten die Rüben wieder eine Wachsschicht aufgebaut haben, dazu sind einige Sonnenstunden notwendig. Guten Bedingungen sind meist morgens oder abends bei Windstille und guter Luftfeuchtigkeit. Eine feuchte Bodenoberfläche ist ideal für die Wirkung der Bodenherbizide (Metamitron). 

Als Mischungsempfehlungen eignen sich: 

  • 1,5 – 2,0 ltr Metamitron (Goltix, Metafol) + 1,0-1,3 Belvedere Duo /Betanal Tandem 
  • 1,3 ltr- 2,0 ltr Goltix Titan + 1,25 Betasana SC+ 0,3-0,5 Oblix + 0,3- 0,5 ÖL (Hasten/Mero/Access) 

Die speziellen Produkte wie Venzar oder Rinpode sollten nur bei Bedarf und guten Witterungsbedingungen meist ab der 2.NAK zugegeben werden. Sind bereits jetzt weit entwickelte Vogelknöteriche vorhanden kann 0,15- 0,2 Venzar zur 1.NAK zugegeben werden!

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