Ackerbau – Kulturübergreifende Behandlungsempfehlungen
Wichtige Informationen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis vom 13.05.2026
„Frühe Sorten beginnen teilweise schon mit dem Ährenschieben, in späteren Beständen spitzt das Fahnenblatt,“ so die versierte Pflanzenschutz- und Anbauexpertin N. Waldorf vom Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Buchen. In Mais werden Unkräuter durch die Bodenfeuchte jetzt zügig auflaufen. „Nutzen Sie daher die guten Bodenfeuchte-Bedingungen nächste Woche für den Herbizideinsatz.“
Winterweizen/Dinkel - Durch die gefallenen Niederschläge hat sich das Infektionsrisiko erhöht, insbesondere muss auf Gelbrost geachtet werden. Verlassen sie sich dabei nicht auf eine gute Gelbrosteinstufung ihrer Sorte, aus den früherern Gebieten wird gemeldet, daß auch gut eingestufte Sorten Infektionen zeigen. Die für Septoria-Infektionen erforderliche lange Blattnässedauer ist zwar überwiegend erreicht worden, allerdings war es auch teilweise sehr kalt. Daher wird auch aufgrund der langen Inkubationszeit, die Septoria keine große ertragsrelevante Bedeutung erlangen.
Mit Erscheinen des letzten Blattes gilt es diese lange gesund zu erhalten, d.h. für viele Bestände kann für nächste Woche eine Maßnahme überlegenswert sein. Die Strategie richtet sich nach Sorte, Vorfrucht und Ertragserwartung. In vielen Fällen wird in gesunden Sorten und ohne Fusariumrisiko die klassische Einmalbehandlung ab Fahnenblattstadium die wirtschaftlichste Lösung sein.
Beispiele für Fungizidlösungen in Winterweizen/Dinkel:
Situation | Empfehlung | Bemerkung |
Gesunde Bestände ohne Fusariumrisiko | 0,8 l Folicur 1) + 150-200 g Prothioconazol + 0,6 Azoxystrobin (150 g) | z.B. für schwächere Dinkel-Standorte. Rostdauer-wirkung durch Strobilurin |
Bessere Standorte ohne Fusariumrisiko | 1,2-1,5 l Ascra Xpro 1,2-1,5 l Revytrex2) 1,5 Univoq + 0,3 Regoral 0,8 -1,0 l Elatus Era 1,5-2,0 l Vastimo 2) | Leistungsstarke Mischungen mit guter Dauerwirkung |
Fusarium-Risiko z.B. nach Vorfrucht Mais | Vorlage mit ca. 80% Aufwandmenge + Blütenspritzung mit Folicur/Prosaro/Navura | |
1) oder anderes Tebuconazolhaltiges Produkt
2) ohne Prothioconazol - Resistenzmanagement, falls schon Vorlage mit Prothioconazol
Mais – Herbizideinsatz - Achten Sie aber wegen der Kulturverträglichkeit auf eine gute Wachsschicht beim Mais. Distelnester sollten vor der eigentlichen Herbizidanwendung behandelt werden, damit genügend Wirkstoff aufgenommen werden kann.
Zuckerrüben - Nutzen Sie die Bodenfeuchte zur Ausbringung der dritten NAK. Die Bekämpfungsrichtwerte bei den Läusen wurde auf unseren Monitoringschlägen bisher noch nicht überschritten. Diese liegen bei der grünen Pfirsichblattlaus bei 10% und bei der schwarzen Bohnenlaus bei 30% befallener Pflanzen. Kontrollieren Sie aber ihre Bestände. Bei Überschreiten der Schadschwelle sind bei steigenden Temperaturen 0,3 kg/ha Pirimor G oder ab 6-Blattstadium 0,14 kg/ha Teppiki möglich. Zikaden wurden noch nicht gefangen!
Körnererbsen - Kontrollieren Sie ihre Flächen auf Blattlausbefall. Diese sitzen verdeckt in den eingerollten Blättern und Blütenknospen. Falls der Bekämpfungsrichtwert von (5-)10% befallener Pflanzen überschritten wird, kann das Produkt Teppeki (140 g/ha) eingesetzt werden.