Ackerbau – Kulturübergreifender Blick in die Region
Wichtige Informationen aus dem Rhein-Neckar-Kreis vom 13.05.2026
Heute blicken die beiden renommierten und landesweit bekannten amtlichen Pflanzenschutz- und Anbauexperten H. Gawron und G. Münkel aus dem Rhein-Neckar-Kreis kulturübergreifend in Winterweizen, Sommergerste, Zuckerrüben, Mais und Körnererbsen in Ihrem Beratungsgebiet.
Winterweizen - Die Empfehlung hat sich im Vergleich zur Vorwoche nicht verändert. Von Spätsaaten abgesehen hat der Winterweizen im Kraichgau das Fahnenblatt geschoben. In der Rheinebene schiebt der Weizen die Ähren. Ab sofort kann der Blattapparat mit der Abschlussbehandlung gegen die Abreifekrankheiten optimal geschützt werden.
Ist eine Fusariumbehandlung in der Blüte eingeplant (vor allem bei der Vorfrucht Mais), kann mit 80% der Aufwandmenge von z.B. Ascra Xpro, Elatus Era, Revytrex, Univoq plus Strobilurin, Vastimo oder vergleichbaren Produkten gefahren werden.
Ist keine Fusariumbehandlung geplant, soll die Aufwandmenge bei 100% belassen werden. In der Rheinebene kann bei gesunden Sorten und ständiger Kontrolle auf Rostkrankheiten die Abschlussbehandlung bis zur Blüte geschoben werden.
Das Getreidehähnchen ist bisher kein Thema in den Weizenbeständen, von daher darf in den Schutzgebieten kein Insektizid routinemäßig zugemischt werden. Bei Befall über der Schadensschwelle von 20% geschädigte Blattfläche auf den obersten drei Blättern wenden Sie sich bitte an uns, wir schauen uns die Bestände gemeinsam an und entscheiden über einen Einsatz. Achten Sie auf die Spritzfenster in den Schutz-gebieten. Auch außerhalb dieser Gebiete sind Spritzfenster äußerst informativ zur fachlichen Beurteilung Ihrer Pflanzenschutzmaßnahme!
Sommergerste - Die Sommergerste schiebt überwiegend das letzte Blatt bzw. hat es bereits geschoben. Krankheiten konnten bisher nicht im bekämpfungswürdigen Umfang festgestellt werden. Die Abschlussbehandlung kann noch eine Woche nach hinten verschoben werden. Mehr dazu im nächsten Rundschreiben.
Zuckerrüben - Bodenfeuchte ist aktuell vorhanden. Bevor die Rüben zu viel Bodenfläche abdecken, sollte die dritte NAK mit den gewünschten Bodenpartnern ausgebracht werden.
Der Bekämpfungsrichtwert von 30% befallenen Pflanzen mit Blattläusen ist auf einigen Schläge überschritten. Kontrollieren Sie in kurzen Abständen ihre eigenen Schläge. Bis zum 6 Blatt Stadium empfehlen wir bei wieder steigenden Temperaturen nächsten Woche den Einsatz von 0,3 kg/ha Pirimor G. Ab dem 6 Blatt Stadium kann auch 0,14 kg/ha Teppeki, Afinto (B2 Auflage) zum Einsatz kommen. Denken Sie an die Spritzfenster in den Schutzgebieten.
Mais - Stimmen die Wetterprognosen für die kommende Woche, passen die äußeren Bedingungen gut für die Ausbringung der Herbizide. Die Bodenfeuchtigkeit ist gegeben, somit sind Mischungen aus Blatt- und Bodenpartner sinnvoll. Starke Ackerkratzdistel- und Windenplatten sollten im Vorfeld behandelt werden z.B. mit Casper + Adigor. In Fruchtfolgen mit wenig Mais, Zuckerrüben und Sojabohnen kann oftmals auf einen Bodenpartner verzichtet werden. Dann muss die Herbizidmaßnahme bis zum 6 Blatt Stadium des Maises hinausgezögert werden, die Keimblätter werden dabei nicht mit-gezählt. Denken Sie nach der Ausbringung der Herbizide an eine sachgemäße Reinigung Ihrer Feldspritze bevor Sie wieder in andere Kulturen Pflanzenschutz ausbringen.
Bitte beachten Sie folgende Auflagen:
Nicosulfuronhaltige Mittel wie z.B. Elumis, Arigo, Diniro, Nicogan dürfen nur alle zwei Jahre auf der gleichen Fläche ausgebracht werden.
Terbuthylazin ist in Wasserschutzgebieten (auch in ogl-Gebieten) verboten und auf allen anderen Flächen aufgrund der Versickerungsgefahr nicht gewünscht. Zudem darf auf derselben Fläche innerhalb von drei Jahren Terbuthylazin nur einmal mit max. 850 g Wirkstoff/ha eingesetzt werden.
Körnererbsen - Vereinzelt wurden Blattläuse gefunden, kontrollieren Sie daher Ihre Bestände. Die Läuse sitzen sehr verdeckt in den eingerollten Blättern und Blütenknospen, daher lassen sie sich nicht so leicht finden. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei 5-10% befallener Pflanzen. Bei Überschreitung der Schadschwelle empfehlen wir das Produkt Teppeki mit einer Aufwandmenge von 140 g/ha. Achten Sie in den Schutzgebieten auf die Anlage eines Spritzfensters.