Ackerbau – Mäßige Regenwahrscheinlichkeit

Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 01.05.2026

„Nach dem langen Wochenende wird ein Wetterumschwung erwartet, etwas kühler mit mäßiger Regenwahrscheinlichkeit,“ so der renommierte Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender am Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim mit Blick in die kommende Woche.

 

Wintergerste - In frühen Lagen ist das Fahnenblatt voll entfaltet, das Grannenspitzen hat begonnen. Spätere Lagen werden zügig aufholen. Krankheiten sind weiterhin nicht zu finden. Hauptaugenmerk gilt jetzt der Ramularia als Hauptkrankheit in der Gerste. Ramularia tritt auf, wenn eine hohe Globalstrahlung auf durch Regenereignisse verursachte dünne Wachsschichten trifft. Der Kontraktwirkstoff Folpet (Mittel: Folpan, u.a.) ist hier am stärksten einzuschätzen. Aufgrund der Trockenheit und den nicht vorhanden Infektionsherde können Fungizidmaßnahmen noch geschoben werden und sollten erst nach Niederschlägen erfolgen. Da auch die Grannen zur Assimilationsleistung beitragen sind Behandlungen, die auch die Grannen treffen von Vorteil. 

Beispiele für „Premium-Mischungen“ auf Standorten mit hoher Ertragserwartung: 

• 1,25 -1,5 Revytrex* + 1,5 l Folpan 

• 1,0 – 1,2 Ascra XPro + 1,5 l Folpan 

• 1,0 l Elatus Era + 1,5 l Amistar Max 

Beispiele für preisgünstigere Varianten bei begrenzter Ertragserwartung: 

• 1,5 l Delararo Forte + 1,5 l Folpan 

• 1,0 l Balaya* + 1,5 l Folpan 

• 150 g Prothioconazol +1,5 l Folpan (+ 150 g Azoxystrobin) 

* ohne Prothioconazol → zu bevorzugen, falls schon Prothioconzalhaltige Vorlage 

Wachstumsregler wie Ethephon dürfen maximal bis Grannenspitzen zum Einsatz kommen. 

 

Weizen und Dinkel - Die Bestände zeigen sich weiter gesund. Momentan stehen keine Behandlungen an. Beobachten Sie ihre Flächen nach eventuellen Niederschlägen. 

 

Zuckerrüben - Die 1.NAK hat gut gewirkt. Aufgrund der trockenen Bedingungen sind bisher nur wenig weitere Unkräuter aufgelaufen. Sollte die 2. NAK noch anstehen bei mäßigem Neuauflauf kann wie folgt gehandelt werden. Behandlung erst ab Samstag oder kommende Woch mit etwas Bodenfeuchte und geringer Wachsschicht bei guten Bedingungen. Bei hohem Unkrautauftreten zügig behandeln, bei nahezu unkrautfreien Beständen die Behandlung kommende Woche durchführen 

Vorkommen von Melde, Gänsefuß, Knöteriche breite Verunkrautung : 

  • 1,25 l/ha Belvedere Duo + 1,5 l/ha Goltix Titan + 0,030 l/ha Rinpode + 0,2 l/ha Venzar + 0,5 l /ha Hasten

Vorkommen Melde, Gänsefuß, Knöteriche, Raps, breiter Verunkrautung 

  • 1,25 l/ha Belvedere Duo + 0,4-0,5 l/ha Betasana SC +1,5 l/ha Goltix Titan + 0,2 l/ha Venzar + 0,5 l /ha Hasten 

Bei großem Gänsefuß oder Knöterichen kann 30 ml /ha Rinpode zur Grundmischung hinzugefügt werden.

 

NID Termin - Für die späte NID-Probenahme in Mais und Reben haben wir folgenden Termin vorgesehen. Die Sammelstellen in Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim sind an den folgenden Terminen besetzt: 

Von Montag 11.Mai bis Mittwoch 13.Mai am Vormittag von 9-10 Uhr und nachmittags von 16-17 Uhr. Die gewohnte späte Nmin-Beprobung ist für rein mineralisch düngende Betriebe sinnvoll. In Problem- und Sanierungsgebiet ist die Düngung nach später Nmin-Messmethode vorgeschrieben.

 

Schäden durch Wild - In einigen Flächen mit Rüben, Sonnenblumen und Mais zeigen sich wieder Schäden durch Wildverbiss oder Vögel. 

Der Handlungsspielraum ist sehr begrenzt. Beobachten Sie die Flächen. Vergrämungsmaßnahmen, Zäune, Vogelscheuchen haben nur begrenzte Wirkung. Im Extremfall muss in Teilflächen nachgesät werden. 

Um die Schäden zu dokumentieren und diese quantifizieren zu können wäre ein Eintrag unter der folgenden Seite sehr hilfreich!

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