Ackerbau – Perfekte Bedingungen für den Striegel

Wichtige Informationen aus dem Kreis Ludwigsburg vom 03.04.2026

 

„Nach den kühlen Temperaturen der letzten Tage mit Nachtfrösten, kann nun - bei wieder etwas milderer Witterung - in den kommenden Tagen die erste NAK auf den Zuckerrübenflächen geplant werden,“ so die regional gültige Erkenntnis des fachlich sehr breit aufgestellten „Beratungsseptett“ A. Brugger, F. Grötzinger, F. Abel, R. Ballreich, A. Lehnhoff, A Läpple, und W. Pfitzenmaier vom Landwirtschaftsamt Ludwigsburg.

 

Zuckerrübe - Der Zeitpunkt der Behandlung hängt vom Entwicklungsstadium der Unkräuter (Auflaufen bis Keimblattstadium) ab und nicht von dem der Zuckerrübe. Die Mittelauswahl erfolgt auf Basis der Leitunkräuter, die auf der jeweiligen Fläche vorhanden sind. Mögliche Mittelkombinationen von boden- und blattaktiven Produkten finden Sie auf Seite 94/95 in Tabelle 46 im IP-Heft. Beachten Sie, dass Sie auch in diesem Jahr wieder eventuelle Einsätze von Insektiziden gegen die Schilf-Glasflügelzikade einplanen müssen/können (Notfallzulassungen sind beim BVL beantragt – wir werden Sie informieren, sobald diese veröffentlicht werden). In Bezug auf den Bienenschutz ist es von Vorteil, wenn Ihre Schläge zu diesem Zeitpunkt frei von blühenden Unkräutern sind. Außerdem ist auf den Befall von Schnecken zu achten. Legen Sie hierbei zur Kontrolle Bretter, Jutesäcke o.ä. an mindestens zwei Stellen pro Bewirtschaftungseinheit aus. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bei einer Schnecke pro Falle in 1-2-Tagen.

Praxistipp: In für IPSplus relevanten Schutzgebieten ist das Anlegen von Kontrollstellen verpflichtend und muss dokumentiert werden.

 

Sommergerste - Nach Ostern dürften sich perfekte Bedingungen für den Einsatz eines Striegels (wo möglich) in der Sommergerste ergeben. Dies ist eine gute Möglichkeit Pflanzenschutzmittel einzusparen. Den größten Bekämpfungserfolg erzielt der Striegel durch das Verschütten der Unkräuter und Ungräser, solange diese sich noch im Keimblatt befinden. Gute Bedingungen wie ein feinkrümeliger, schüttfähiger Boden und trockene Witterung im Anschluss der Maßnahme erhöhen die Wirkungsgrade und eine Herbizidmaßnahme ist oft nicht mehr nötig. Hierbei ist auf das Entwicklungsstadium der Gerst zu achten, diese ist bis zum 2-3-Blattstadium sehr empfindlich gegenüber dem mechanischen Stress eines Striegeleinsatzes. 

Praxistipps: Für eine Bekämpfung der Unkräuter mit Pflanzenschutzmitteln ist es essenziell, dass alle zu bekämpfenden Unkräuter aufgelaufen sind, da hier hauptsächlich blattaktive Wirkstoffe zum Einsatz kommen und die Unkräuter getroffen werden müssen. Es kann daher in den meisten Fällen hier mit der Maßnahme noch etwas zugewartet werden. Geeignete Produkte finden sie im IP-Heft auf Seite 54, Tabelle 22.

 

Wintergetreide - Das Krankheitsgeschehen ist aktuell sehr moderat in den Wintergetreidekulturen. Überprüfen Sie daher, ob ein Fungizideinsatz in der jeweiligen Kultur bzw. auf der jeweiligen Fläche aktuell notwendig ist oder dieser geschoben werden kann. Viele Bestände werden in den kommenden Tagen ins Schossen übergehen. Die Entwicklungsstadien BBCH 31/32 sind ein guter Zeitpunkt für einen möglichen Einsatz eines Wachstumsreglers. 

  • BBCH 31: 1. Knoten 1cm vom Bestockungsknoten entfernt 

  • BBCH 32: 2. Knoten 2cm vom 1. Knoten entfernt 

Praxistipps: Ob der Einsatz eines Wachstumsreglers notwendig ist und welche Aufwandmengen benötigt werden, hängt von einigen Faktoren wie der Lageranfälligkeit der Sorte, der Bestandsdichte oder der Witterung ab. Damit Wachstumsregler ihre Wirkung voll entfalten können, sollten wüchsige Bedingungen an den Tagen nach der Behandlung gegeben sein. Weitere Informationen zum Einsatz von Wachstumsreglern finden Sie im IP-Heft auf Seite 42/43 in Tabelle 18.

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