Ackerbau – Sorgenkinder brauchen individuelle Empfehlungen
Wichtige Informationen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis vom 27.10.2026
Die agile Pflanzenschutzexpertin N. Waldorf von der amtlichen Beratung Buchen nimmt heute den Herbizideinsatz in Getreide und das regionale Sorgenkind – den Winterraps – ins Visier ihrer regional gültigen Empfehlungen.
Herbizideinsatz in Getreide - Nachdem endlich die langersehnten Niederschläge gefallen sind, sollte – sofern noch nicht geschehen – die vorhandene Bodenfeuchte für noch ausstehende Herbizidmaßnahmen genutzt werden. Sollten sich in noch unbehandelten früheren Saaten schon Ungräser befinden, die ein oder mehr Blätter gebildet haben, muss ein blattaktiver Partner (z.B. Axial in Wintergerste) zugemischt werden.
Praxistipps: Kontrollieren Sie insbesondere die Wintergerste auch auf den Besatz mit Blattläusen. Die Schadensschwelle liegt bei 20% Befall.
Winterraps - Der Winterraps bleibt auf vielen Betrieben das Sorgenkind. Pauschalaussagen sind schwierig. Zwischen Umbruch und wüchsigen schon eingekürzten Beständen ist alles dabei. Aber leider sind viele Bestände grenzwertig. Bedingt durch die Trockenheit hat der Rapserdfloh den jungen Raps, der nicht davonwachsen konnte, schon im Keim- bis 2-Blattstadium stark geschädigt. Diese Bestände sind vielfach schon umgebrochen. Andere Bestände haben den Blattfraß zwar überstanden, müssen aber vor dem Larvenfraß geschützt werden.
Praxistipps: Sieht der Raps aus wie im Bild dargestellt, wird dieser nur mit einem Einsatz von Exirel/Minecto Gold zur Larvenbekämpfung zu retten sein. Dies zeigen die Erfahrung der Kollegen, die schon letztes Jahr mit dem resistenten Erdfloh zu kämpfen hatten. Derzeit ist es aber für eine Larvenbekämpfung mit Exirel/Minecto Gold zu früh. Kontrollieren Sie ihre Bestände und fordern Sie Beratung an.