Ackerbau – Strategisch gegen Ackerfuchsschwanz, Disteln und Ackerwinden

Wichtige Informationen des LRA Tübingen vom 10.07.2026

 

„Die Ernte hat begonnen und auf manchen Flächen zeigen sich auch bisher unentdeckte Unkrautnester,“ so der langjährig versierte, amtliche, Beraters und Pflanzenschutzexperte A. Lohrer im Landkreis Tübingen mit der Ergänzung: „Spätestens jetzt sollte man sich Gedanken über die richtige Strategie zur Stoppelbearbeitung machen.“

 

Ackerfuchsschwanz - Durch die überwiegend trocken und heiße Abreife der Ackerfuchsschwanzsamen ist von einer ehr längeren primären Keimruhe auszugehen. Durch Bodenbearbeitungen direkt nach der Ernte können also nur Samen aus dem Bodenvorrat zur Keimung angeregt werden, auf vielen Flächen wird dies aber aufgrund der trockenen Böden kaum möglich sein. Die neu ausgefallenen Samen sollten möglichst nicht in eine sekundäre Keimruhe fallen aus der die Samen dann die nächsten Jahre wieder unkontrolliert auflaufen. Hierfür können aber schon Bodenbedeckungen von 2-3cm über dem Samen ausreichen.

Praxistipps: Bei der derzeitigen Witterung empfiehlt es sich die Flächen erstmal nur auf der Stoppel liegen zu lassen oder nur mit einem (Stroh)Striegel zu bearbeiten, damit die Samen von Ackerfuchsschwanz und auch Weidelgräsern bei ausreichend Feuchtigkeit nach hoffentlich rechtzeitigen Niederschlägen keimen können.

 

Disteln und Ackerwinden - Diese ausdauernden Wurzelunkräuter, ebenso Quecken, konnten auch dieses Jahr wieder von Ihrem ausgeprägten Wurzelwerk profitieren. Leider wiedersprechen sich die Bekämpfungsstrategien von Wurzelunkräutern und Ackerfuchsschwanz. Bei Disteln wird mit einem flachen (ca. 5 -8 cm tief), flächig schneidenden Arbeitsgang begonnen und ca. 2 Wochen später nach dem Wiederaustrieb der nächste Arbeitsgang etwas tiefer (ca. 3-5 cm tiefer) durchgeführt. Dieser Schritt kann auch mehrfach wiederholt werden, nach ca. 3-4 Bearbeitungen sollte die Distel merklich erschöpft sein. 

Praxistipps: Chemische Bekämpfungen sind innerhalb von Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebieten nur gegen Zaunwinde mit Starane XL mit 1,8 Liter/ha auf Raps- und Getreidestoppel zugelassen. Außerhalb dieser Gebiete darf Glyphosat auf den betroffenen Teilflächen eingesetzt werden. Vor der Behandlung ist der Wiederaustrieb (ca. 15 – 20 cm lange Triebe) der Unkräuter abzuwarten damit ausreichend Wirkstoff aufgenommen wird. Gegen Winde (und auch Disteln) reicht die Wirkung der reinen Glyphosatprodukte oft nicht aus, hier sollte das Mittel Kyleo (Glyphosat + 2,4 D) bevorzugt eingesetzt werden.

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