Ackerbau – Tipps zur Stoppelbearbeitung
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 05.08.2026
„Nach der Ernte legt die erste Stoppelbearbeitung schon die Weichen für die nächste Hauptkultur oder auch Zwischenfrucht,“ so das renommierte Beratungstrios M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg mit der Ergänzung: „Das Ziel ist ein Bodengefüge zu schaffen, das gute Voraussetzung für das Keimen von Ausfallkörnern und Unkrautsamen bietet.“
Um diese nach dem Mähdrusch gleichmäßig zu verteilen empfiehlt es sich den Stoppelsturz im ca. 30° Winkel zur Hauptarbeitsrichtung/Fahrgassen durchzuführen. Dies sorgt für eine zusätzliche Querverteilung des Ausfallgetreides. Zugleich sollten ideale Bedingungen für die Strohrotte durch Vermischen von Stroh und Erde geschaffen werden. Eine gute Strohrotte stärkt Bodenfruchtbarkeit, Humus und senkt Stickstoffverluste. Schlecht zersetztes Stroh ist Träger vieler Pilzkrankheiten und Rückzugsraum von Mäusen und Schnecken. Bei feuchtem Boden und Vermischung geht die Strohrotte durch die Bodenlebewesen natürlich schneller vonstatten. Höhere Humusgehalte und eine höhere mikrobiellen Aktivität im Boden (pH-Wert) beschleunigen die Strohrotte noch zusätzlich. Die aktuelle Trockenheit ist kontraproduktiv für die Strohrotte. Aber aktuell sorgt auch die intensive UV-Strahlung dafür, dass das Stroh an der Oberfläche sich fortwährend zersetzt.
Eine sehr flache Bearbeitung mit flächig schneidenden Scharen bis max. 5cm Tiefe schafft gute Voraussetzungen um auch dem Lichtkeimer Ackerfuchsschwanz gute Keimbedingungen zu verschaffen. Trockene Witterung zur Samen-Reife des Ackerfuchsschwanz wird dieses Jahr eine eher kürzere primäre Keimruhe versprechen, das heißt er müsste, wenn dann feuchte Bedingungen im Acker herrschen eher schneller auflaufen. Dies gilt es dieses Jahr zu nutzen! Hierzu darf der Samen bei der Stoppelbearbeitung aber nicht zu tief verschüttet werden. Ein zu tiefes Vergraben lässt ihn in die sekundäre Keimruhe (Tiefschlaf) verfallen, was in den Folgejahren dann für große Probleme auf dem Feld sorgen dürfte. Fürs flache Arbeiten ist spezielle Technik in Form von Strohstriegel, Messerwalze, Großfederzinkeneggen, Flachgrubbern, oder flach rotierenden Maschinen erforderlich. Auf keinen Fall sollte jetzt zu tief eingegriffen werden und harte, trockene Kluten geschaffen/heraufgeholt werden!
Gerade bei Raps ist es ideal, wenn die erste Bearbeitung möglichst flach und intensiv erfolgt um die Stoppeln zu zerkleinern oder noch existierende grüne Schoten zu zerstören. Hierzu könnte eine Messerwalz mit Striegel eingesetzt werden. Auch der Einsatz eines Schlegelmulchers würde sich hierfür notfalls eignen. Eine flache Bearbeitung sorgt dann dafür, dass der Lichtkeimer Raps nicht zu tief vergraben wird, sondern vollständig aufläuft und nicht in eine Keimruhe verfällt. Oftmals eingesetzte Kurzscheibeneggen arbeiten in vielen Fällen den Samen zu tief ein. Eine weitere folgende Bearbeitung spätestens zum 2-Blatt-Stadium kann diesen dann nochmals mechanisch bekämpfen.
Sollten Sie Probleme mit Disteln, Ackerwinden etc. im Getreide haben, bietet sich auf der Stoppel nun eine gute Möglichkeit diese zu bekämpfen. Hierzu sollte sich bei den Disteln genügend Blattmasse gebildet haben, die Winden sollten ca. 20cm Trieblänge haben. Akzeptierbare Anwendungsbedingungen bieten sich aufgrund der Temperatur und Luftfeuchte nur früh morgens. Zur Absicherung der Wirkung muss nach der Applikation ausreichend lang vor einer Bodenbearbeitung gewartet werden, am besten ca. 3 Wochen. Für Mulchsaat-Betriebe ist der Einsatz auf betroffenen Teilflächen gegen ausdauernde Unkräuter, auch Ungräser wie Ackerfuchsschwanz, problemlos möglich.
Bitte beachten: Der Einsatz von Glyphosat-haltigen Produkten ist ausnahmslos in allen Wasserschutzgebieten verboten!!