Ackerbau – Trockenheitsbedingt noch wenig Unkraut!

Wichtige Informationen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis vom 10.04.2026

 

Die renommierte Pflanzenschutz- und Anbauexpertin N. Waldorf vom Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Buchen resümiert den Entwicklungsstand und benennt notwendige Feldarbeiten in ihrem Beratungsgebiet.

 

Winterraps - Der Raps ist im Kreisgebiet sehr unterschiedlich entwickelt. In den Höhenlagen sind teilweise noch keine Blüten geöffnet, während frühe Lagen mit > 10% geöffneter Blüten auffallen. Trotz der warmen Temperaturen war kein nennenswerter Befall mit Rapsglanzkäfern festzustellen. Ab ca. 10% geöffneter Blüte schädigt der Glanzkäfer nicht mehr. 

In den Beständen, die schon aufgeblüht haben, findet man teilweise Kohlschotenrüssler. Der Bekämpfungsrichtwert liegt hier bei 1 Käfer/Pflanze. Die Eiablage beginnt aber erst ab Schotenbildung. Der Befall ist am Feldrand oft deutlich höher, so dass Randbehandlungen möglich sind. Mit den gemeldeten Witterungsbedingungen für die nächste Woche sehe ich derzeit keinen dringenden Handlungsbedarf. Praxistipp: Empfehlungen zu einer möglichen – evtl. vorgezogenen - Blütenbehandlung folgen im nächsten Warndienst.

 

Wintergetreide - Die Wintergerste befindet sich zwischen Bestockungsende und BBCH 31/32. Erste Wachstumsreglermaßnahmen sind gelaufen bzw. für Samstag geplant. Die Bestände sind gesund. Winterweizen/Dinkel ist je nach Saattermin, Sorte und Lage ebenfalls zwischen Bestockung und Schossbeginn. Sollten Wuchsregulierungen geplant sein, würde ich diese eher schieben, um bei optimalen Witterungsbedingungen (wüchsig, warm, Strahlungsintensität) behandeln zu können. Sorten mit einer Einstufung mit 4 oder besser in der Lagerneigung brauchen bei trockenen Bedingungen nicht eingekürzt werden. Fragen Sie gerne Beratung an, da die Notwendigkeit bzw. Aufwandmengengestaltung viel Fingerspitzengefühl erfordert und nicht pauschal erfolgen kann. Praxistipp: Relevante Krankheiten sind derzeit nicht zu beobachten.

 

Sommergerste - Bisher ist trockenheitsbedingt noch wenig Unkraut aufgelaufen. Warten Sie daher mit einer Herbizidbehandlung noch ab. In der Empfehlung haben sich wuchsstoffhaltige Herbizide bewährt, um den Druck von den im Wintergetreide und Mais überwiegend eingesetzten Sulfonylharnstoffe zu nehmen. Zudem reduzieren sich hierbei mögliche Nachbauprobleme bei Trockenheit im nachfolgendem Raps. Bewährt hat sich eine Mischung aus Fluroxypyr (z.B. Tomigan) + U46-M-Fluid. Hiermit werden die wesentlichen Unkräuter wie Klettenlabkraut, Knöteriche und Distel bekämpft. Weitere Unkräuter spielen in der schnell wachsenden und „zu machenden“ Sommergerste oftmals keine Rolle. Bei stärkeren Distel-Problemen wäre auch eine Mischung aus 0,75-1,0 l Ariane C + U46 M möglich. Diese Mischungen können auch noch recht lange eingesetzt werden. Breit wirksam, aber Sulfonylharnstoffhaltig wären z.B. Pointer Plus oder Omnera LQM. 

Praxistipp: Beobachten Sie auch den möglichen Auflauf von Ackerfuchsschwanz. Hier steht weiterhin nur Axial zu Verfügung. Dieses muss früh (2-Blattstadium) und möglichst solo (um Wirkungsverluste zu vermeiden) eingesetzt werden. Fragen sie gerne Beratung an. 

 

Zuckerrüben - Nutzen Sie die angekündigten Niederschläge um Herbizidmaßnahmen in Rüben zu setzen und behalten Sie die Schnecken im Auge, auch Erdflöhe müssen kontrolliert werden.