Ackerbau – Weiterhin keine Cercospora-Blattflecken…
Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 27.07.2026
„In unseren späteren Lagen wird die Ernte demnächst auch abgeschlossen,“ so der renommierte Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender vom Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim mit Blick ins Taubertal. Im Rückblick herrschte insgesamt gesehen ruhiges Erntewetter. Die Erträge sind trockenheitsbedingt oft „überschaubar“ geblieben. Ausreiser nach oben und leider auch nach unten gab es in jeder Kultur. Bessere Standorte lieferten auch die beständigeren Erträge ab. Wenige passende Niederschläge hatten hohe Ertragswirkung.
Zuckerrüben - Weiterhin haben wir auf unseren Boniturstandorten keine Cercospora-Blattflecken vorgefunden. Es gab nur wenige, kurze Zeitpunkte mit entsprechender Blattfeuchte. Ab dem 15. August gilt offiziell 15 % befallenen Blätter als Bekämpfungsschwelle. Es gibt sehr große Unterschiede in den Beständen. Auf flachen Böden verlieren die Bestände weiter trockenheitsbedingt an Blattwerk, was sich bei den vorausgesagten höheren Temperaturen verstärken wird. Auf guten Standorten leiden die Bestände ebenfalls, erscheinen aber wesentlich vitaler.
Praxistipps: Beobachten Sie ihre Bestände. Ein erstauftreten von Cercospora sollte vor allem auf Flächen mit „anfälligeren“ Sorten oder gefährdeten Lagen (Auenlagen, hohe Rübendichte der Region) beobachtet werden. Auf „verstreuten“ Flächen den Rübenanbaus erwarten wir momentan keine Infektionsgefahr. Betrachten Sie die aufgetretenen Blattveränderungen genau um Verwechselungen mit Pseudomonas- Blattflecken und heuer mit alternden Sonnenbrandflecken auszuschließen.
Da die Kurativität der Fungizide auf max. 4 Tage begrenzt ist, sollte die Behandlung beim Erreichen der Bekämpfungsschwelle erfolgen. Die Dauerwirkung ist bei leistungsfähigen Kombinationen mit 18 bis 24 Tagen angegeben.
Mitteleinsatz:
Propulse (1,2) oder Univoq (1,5)
+ „Kupferprodukt“ (1,0)
+ Dash/Hasten (1,0)
Reihenfolge der Befüllung:
1. Kupfer
2. Fungizid
3. Bor
4. Öl
Sollten Sie demnächst eine Überfahrt als unbedingt notwendig erachten, können vitalisierende Blattdünger mit Mangangehalt den Rüben im Trockenstress helfen.
Mais - Leider trocken - nicht reif! Einige Bestände auf kargen Standorten trocknen schnell ab. Optisch stehen die Bestände still und die Blätter trocknen ab. Da dies keine natürliche Abreife ist, ist im Stängel noch Restfeuchte vorhanden. Die Gesamtpflanze hat aber den Reifestatus noch nicht erreicht. Oft ist die Rotfärbung an der Stängelbasis ein erstes Anzeichen für die Siloreife. Als Orientierungshilfe kann dazu das angefügte Merkblatt aus 2022 Hinweise geben.
Stoppelmanagement - Aufgrund der Trockenheit lassen sich viele Flächen nur „bedingt“ bearbeiten. Auch treten Wurzelunkräuter - wie Winden - wieder hervor. Es bietet sich an diesen Zeitraum zu nutzen, um diese Arten mit einer gezielten Maßnahme mit Starane XL, Kyleo (Achtung: nicht im WSG!) zu behandeln. Diese Flächen dann 4 bis 6 Wochen nicht bearbeiten, um den Wirkstofftransport bis in die Wurzelspitzen zu gewährleisten.
Futterbau und Zwischenfrüchte - Aufgrund der Trockenheit empfehlen wir für die meisten Standorte zu diesem noch frühen momentanen Zeitpunkt noch abzuwarten. Schlichtweg aufgrund des fehlenden Bodenwasservorrat. Erst, wenn der Totwasseranteil im Boden wieder gedeckt ist, steht genug Wasser für die Keimung von Samen zu Verfügung. Je nach Bodenart sind dafür 20 bis 30 Liter notwendig. Hierbei gilt der Grundsatz: Je größer (höheres TKG) die einzelnen Arten desto mehr Keimwasser wird benötigt.
Einen höheren Keimwasserbedarf und Folgeniederschläge brauchen beispielsweise Klee, Erbsen und Gräser. Senf, Ölrettich, Ramtillkraut kommen dagegen mit weniger Wasser aus. Kruziferen (Senf) geht aber sehr schnell in die Blüte über, was den weiteren Zuwachs an Masse beendet.