Ackerbau – Winden- und Distelbehandlung
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 03.07.2026
„In der Folge informieren wir über die effektive Behandlung von Wurzelunkräutern auf der Stoppel,“ so die beiden renommierten Pflanzenschutzexperten C. Erbe und B. Lutsch aus dem Beratungsgebiet im Landkreis Karlsruhe.
Wurzelunkräuter wie die Ackerkratzdistel oder Winden lassen sich am nachhaltigsten auf der Stoppel bekämpfen. Das Zeitfenster zwischen Ernte und Aussaat der Folgekultur bietet hierfür optimale Möglichkeiten, um sowohl chemisch als auch mechanisch zu agieren. Bereits mit dem Drusch wird die Grundlage einer erfolgreichen chemischen Behandlung von Wurzelunkräutern gelegt. Dreschen Sie den nach Möglichkeit Winden und Distelnester höher, damit ausreichend Blattmasse für eine rasche chemische blattaktive Behandlung auf der Stoppel vorhanden ist. Raps bietet sich für die Wurzelunkrautbehandlung an, da dieser höher als das Getreide gedroschen wird. Weiterhin sind Winden und Distelplatten beim Stoppelsturz nach dem Drusch auszusparen, um möglichst viel Blattmasse für eine chemische Behandlung zu erzeugen.
Praxistipps: Hat die Winde eine Trieblänge von mindestens 30 cm erreicht (besser noch 50 cm) kann die chemische Behandlung erfolgen. Bei Disteln beträgt die optimale Größe zwischen 15 bis 25 cm.
Außerhalb von Wasserschutzgebieten können Produktemischungen aus Wuchsstoff + Glyphosat (z.B. Kyleo) zum Einsatz kommen. Innerhalb von Wasserschutzgebieten (auch OGL Gebiete) ist der Einsatz von Glyphosat verboten. Hier steht lediglich das Präparat Starane XL zur Windenbehandlung zur Verfügung. Disteln können in Wasserschutzgebieten nicht chemisch bekämpft werden. Eine Einwirkungszeit von mindestens 4 Wochen besser noch 6 Wochen wird empfohlen. Wenn die Winden/Disteln braun/schwarz werden, ist der Wirkstoff in das unterirdische Wurzelsystem gelangt und hat dies dort langfristig zerstört.
Praxistipps: Sofern es die Bodenverhältnisse zulassen kann auch mit mehrmaliger, ganzflächig schneidender Bearbeitung eine Bekämpfung von Wurzelunkräutern erfolgen. Wichtig dabei ist, dass die Bearbeitungstiefe mit jedem Arbeitsgang vergrößert wird, damit die wurzelnden Rhizome nicht anwachsen. Gleichzeitig werden austreibenden Wurzeln abgeschnitten und so die Reservestoffe in den Wurzeln aufgebraucht. Diese Strategie entspricht auch im Wesentlich der zuvor erwähnten Bodenbearbeitungsstrategie nach Raps im Hinblick auf die Rapserdfloh-Problematik und kann auf Altrapsflächen mit Wurzelunkräutern angewandt werden.