Ackerbau – Wintereinbruch vor Ostern
Wichtige Informationen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis vom 03.04.2026
„Nach dem Wintereinbruch vor Ostern wird die Entwicklung durch die warmen Tage jetzt wahrscheinlich schnell voranschreiten,“ so die agile Pflanzenschutzberaterin K. Simon im Vorfeld ihrer regional gültigen, kulturübergreifenden Empfehlungen für den Schwarzwald-Baar-Kreis.
Wintergetreide - Wachstumsregler – Der Einsatz reduziert das Lagerrisiko von weniger standfesten Sorten und sichern die Erträge sowie die Qualität. Die Getreidearten sind unterschiedlich standfest, wobei Winterweizen die besten und Winterroggen die schlechtesten Werte hat. Der Einsatz bzw. die Mittelmenge richtet sich nach Sorte, Standort, N-Düngung, Wasserverfügbarkeit und Bestandsentwicklung sowie dem Wärmeanspruch des Mittels. In dichten, gut entwickelten Beständen empfehlen sich Mittel mit dem Wirkstoff Trinexapac, die gleichmäßig auf Haupt- und Nebentriebe wirken. In dünnen Beständen kann ein früher, moderater Einsatz von Chlormequat-Mitteln die Nebentriebe fördern. Beim Wachstumsregler-Einsatz ist allgemein zu beachten:
Nur bei wüchsigem Wetter
Nicht bei Nachtfrostgefahr oder starken Temperaturschwankungen
Bei starker Sonnenstrahlung Aufwandmenge verringern, v.a. bei Trinexapac-Produkten
Geschwächte Bestände nicht behandeln
Vorsicht bei Tankmischungen (TM): Mischungen mit Herbiziden können Mindererträge verursachen, grundsätzlich keine Carfentrazone- oder Bifenoxhaltige Herbizide (Antarktis, Artus, Fox, u.a.) zumischen. Bei TM mit Azol-Fungiziden muss die Aufwandmenge nach den Angaben der Hersteller verringert werden. Bei TM mit Ethephonhaltigem WR und Azol-Fungiziden muss die Anwendung vor dem Grannenspitzen oder Ährenschieben abgeschlossen sein (Pflanzenschäden möglich).
Vorgaben zum IPS+ in Schutzgebieten: Im Getreidebau bietet sich die Wahlmaßnahme „Verzicht auf Wachstumsregler“ an.
Sommergetreide - Das Sommergetreides konnte im Schwarzwald-Baar-Kreis größtenteils zu guten Bedingungen ausgesät werden. Teilweise konnte die trockene Witterung vor dem Kälteeinbruch noch zum Blindstriegeln genutzt werden. Bei der chemischen Unkrautbekämpfung sollte darauf geachtet werden, dass der Wirkstoff Tritosulfuron (Arrat, Biathlon 4D) nicht mehr zugelassen ist und nicht mehr angewendet werden darf. Herbizide und Aufwandmengen sind im Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026“, ab Seite 52 zu finden. Die IPSplus Maßnahmen sind einzuhalten!
Zuckerrüben - Für die Aussaat der Zuckerrübe sollte die Bodentemperatur mindestens 5°C betragen, für einen schnellen und gleichmäßigen Aufgang sind jedoch 10 bis 12°C notwendig. Dieses Jahr ist vor allem aber auf eine gut abgetrocknete Ackerkrume zu achten, um Verdichtungen zu vermeiden. Die Widerstandsfähigkeit der Rübe gegenüber Krankheiten und Schädlingen wird mit einem lockeren, gut rückverfestigten Saatbett gefördert. Hier gilt: „Saatbett geht vor Saattermin“. Kurz vor dem Auflaufen bis zum Keimblattstadium ist die Rübe besonders frostempfindlich. Außerdem fördern niedrige Temperaturen während der Jugendentwicklung das Risiko des Schossens.
Vorgaben zum IPS+ in Schutzgebieten: Das Auslegen von Jutesäcken, Brettern oder spezieller Schneckenfolie an 5 Stellen im Feld zur Schneckenkontrolle ist verpflichtend. Dokumentieren Sie Ihre Fangzahlen.