Ackerbau – Witterung beachten

Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 03.04.2026

„Über Ostern sonnig mit frühlingshaften Temperaturen bis 19°C,“ so der renommierte Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender am Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim im Vorfeld seiner kulturspezifischen Kurzmeldung aus seinem Beratungsgebiet. „Ab Mitte nächster Woche steigt die Wahrscheinlichkeit auf Niederschläge wieder an.“

 

Winterraps - Mit den vorhergesagten warmen Temperaturen wird die Entwicklung des Raps wieder „anspringen“. Die frühen Lagen werden dann in die Blüte gehen, die späteren Lagen einige Tage versetzt folgen. Die gelbe Farbe lockt dann Bienen und Schädlinge an. Die Rapsglanzkäfer wollen an den Nektar. Beginnen die ersten „Vorblüher“, locken diese die Glanzkäfer an. Setzt die Blüte voll ein, verteilen sich die Schädlinge im Bestand. Dann steht so viel Nektar zur Verfügung, dass keine Schadwirkung an geschlossenen Knospen mehr entsteht. In schwachen Beständen stehen weniger Pflanzen, mit weniger Kompensationsvermögen auf dem Feld. Dadurch erhöht sich das Schadpotenzial der Schädlinge. Eine gesamt einsetzende Rapsblüte wird die Schadwirkung meist ausgleichen, weshalb wir von einer Rapsglanzkäferbehandlung abraten. Das verzögerte Streckungswachstum hat zu starken Rapsstengeln geführt, weshalb wir von einer guten Standfestigkeit ausgehen, was eine verspätete Wachstumsreglergabe oder Fungizideinsatz nicht notwendig macht.

 

Getreide - Die Bestandsentwicklung im Getreide ist unterschiedlich. In warmen, gut versorgten Standorten befindet sich Wintergerste in BBCH30 bis 31. Auch der Weizen ist Ende Bestockung. In kühleren Böden, schweren Standorten haben die kühlen Tage die Entwicklung ausgebremst. Die Bestände sind aufgrund der Herbstentwicklung relativ dünn und die Düngerwirkung ist noch nicht voll entfalten. Nun steht die Frage zum Einsatz von Wachstumsreglern an. Da man insbesondere CCC auch einen Einfluss auf die Wurzelentwicklung nachsagt, sollte eine gutes Wurzelwerk ausgebildet sein. Auch der Feuchtigkeitshaushalt im Boden ist mit entscheidend.

Wachstumsregler - Standardlösungen

Winterweizen

ab BBCH 31 

0,3 bis 0,4 Liter/ha Moddus/Calma/Countdown oder

0,9 bis 1,0 Liter/ha Fabulis 0,3 Liter/ha Moddus + 0,6 Liter/ha CCC 

 

Anmerkung: In frühen Saaten ist zum 1. Knoten ein guter Termin für eine Kombination aus Moddus und CCC. 

Dinkel

ab BBCH 31 

0,5 bis 1,0 Liter/ha Manipulator 0,4 Liter/ha Countdown NT/ Moddus 

Anmerkung: Zulassung von Manipulator, Countdown NT und Moddus vorhanden

Wintergerste

ab BBCH 30 bis BBCH 31 

0,5 Liter/ha Moddus; 0,6 Liter/ha Calma 

Durum 

Anmerkung: Zulassung von Shortcut XL und Regulator, Moddus, Moxa vorhanden 

Aufgrund des abgesetztem Boden ist die Nachverunkrautung im Wintergetreide in vielen Flächen nur sehr spärlich vorhanden. Eine Herbizidbehandlung bisher also meist nicht notwendig. Pilzinfektionen sind aufgrund der kalten Temperaturen nicht nennenswert vorhanden.

 

Sommergetreide - Die Flächen sind aufgelaufen oder laufen demnächst auf. In Sommergerste kann eine Gräserbehandlung durchgeführt werden. Diese sollte aber nur auf wenigen Flächen wirklich notwendig werden. Ackerfuchsschwanz hat im Sommergetreide meist nicht das Potenzial wie im Wintergetreide. Auf Sommergerstenflächen mit Flughafer kann Axial mit 0,9 Liter/ha bei Bedarf eingesetzt werden. Dazu sollte aber aller Flughafer aufgelaufen sein. Unkräuterbehandlungen haben noch Zeit!

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