Ackerbau – Zwischenfrüchte aktuell…

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 05.08.2026

 

Zwischenfrüchte erfüllen viele Aufgaben wie Nährstoffanreicherung/-konservierung, Verbesserung der Bodenstruktur und -durchwurzelung, Aktivierung des Bodenlebens, Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und Schaffung von Biodiversität und Blühaspekten. Das renommierte Beratungstrios M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg weiß, „Für manch Kurzentschlossene steht noch die Wahl der passenden Zwischenfruchtmischung an.“

Werden die Zwischenfrüchte für die Erfüllung von Förderprogrammen angebaut, gilt es hierbei die richtigen vorgegebenen Mischungen zu wählen. Doch auch hierbei hat man oft die Wahl und sollte hierbei auch auf die Arten-Zusammensetzung der angebotenen Produkte achten. Erste Priorität sollte hierbei sein, dass die Komponenten in die Fruchtfolge passen, bei Getreide und Mais ist dies einfach möglich, steht Raps in der Fruchtfolge muss auf Kreuzblütler als Komponente verzichtet werden. Sonnenblumen, Ramtillkraut oder Wicken können Sklerotinia übertragen.
Wichtig ist es diese artenreichen Mischungen ordentlich auszusäen nach einer guten Saatbettbereitung und nicht nur „Hauruck in einem Zug“ auszustreuen und einzugrubbern. Vorteilhaft ist, wenn vor der Aussaat bereits ein oder zwei flache Bearbeitungen gemacht werden, um z.B. Ausfallgerste zu beseitigen, bevor die Zwischenfrucht gesät wird. So kann das Problem reduziert werden, dass die Mischung im grün „untergeht“. Phacelia hat in Kombination mit Öllein und Rauhafer eine gute unterdrückende Wirkung bei Ungräsern, Ausfallgetreide und Unkräutern. Zusätzlich Weißklee sorgt für eine Bodenbedeckung und Durchwurzelung wenn abfrierende Arten über den Winter eingehen.

Um das Bodenleben noch weiter zu aktivieren, ist es wichtig sich mit dem Thema Mykorrhiza-Pilze zu beschäftigen. Diese bilden mit Pflanzen eine Lebensgemeinschaft in Form einer Symbiose, die für beide Partner vorteilhaft ist. Der Pilz liefert der Pflanze Nährstoffe und Wasser, die Pflanze liefert umgekehrt dem Pilz Kohlenhydrate/Assimilate. Mykorrhiza-Pilze können schon wenige Wochen im Boden „ohne Partner“ absterben. Diese Mykorrhiza-Pilze werden unter anderem durch gewisse Zwischenfrucht-Arten im Boden gefördert. Hierzu zählen z.B. Phacelia, Sandhafer/Rauhafer, Sorghumhirse, Grünroggen, Klee-Arten und Wicken-Arten. Da die Wurzeln der Kulturpflanzen nach der Ernte nicht mehr als aktiver Partner zur Verfügung stehen, ist es wichtig diese „Lücke“ durch Anbau von den entsprechenden Zwischenfrüchten zu überbrücken.

Praxistipps: Eine Düngung vor Aussaat der Zwischenfrüchte, im Rahmen der rechtlichen Regelungen, vor allem der DüngeVO, sorgt in den meisten Fällen für eine bessere Etablierung und eine bessere Wirkung ihrer positiven Effekte durch guten Aufwuchs. Außerdem wird hierbei das weite C:N-Verhältnis des Strohs, mit Vorteil der besseren Strohrotte reduziert. Eine reine Düngung nur mit dem Zweck der Strohrotte, ohne Ansaat einer Begrünung ist allerdings untersagt!

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