Grünland – Schröpfschnitt?

Wichtige Informationen des LRA Tübingen vom 17.04.2026

 

„Auch in diesem Jahr sind leider - und eher stärker als die letzten Jahre - auf vielen Wiesen Herbstzeitlosen zu sehen,“ so die regionale Kenntnis des langjährig versierten, amtlichen, Beraters und Pflanzenschutzexperten A. Lohrer im Landkreis Tübingen der in der Folge wichtige Kulturspezifische Praxistipps weitergibt.

 

Bekanntermaßen sind alle Pflanzenteile giftig und auch beim Trocken reduziert sich die Giftigkeit nicht. Da chemische Mittel nicht funktionieren bleiben nur mechanische Möglichkeiten übrig. Nur auf kleinen Flächen praktikabel ist das ausziehen oder ausgraben mitsamt der Knolle, ziehen Sie hierbei Handschuhe an. Auf größeren Flächen können Schröpfschnitte durchgeführt werden um die Pflanzen zu erschöpfen. Allerdings zeigen sich die Erfolge erst nach mehrjähriger (mindestens 3 Jahre) Durchführung. Über den richtigen Zeitpunkt für einen Schröpfschnitt lässt sich auch intensiv diskutieren. Etwa ab dem Schieben der Samenkapsel lagert die Herbstzeitlose wieder Reservestoffe ein, wenn die Kapsel vollständig abgeschnitten wurde werden in der Regel keine Blätter mehr im Folgeschnitt gebildet. Warten Sie aber nicht bis an allen Pflanzen die Samenkapsel zu sehen ist, junge Pflanzen bilden erst etwa ab dem 4. Jahr die ersten Samenkapseln. Wenn man zu lange wartet ist der Restbestand oft so üppig, dass man ihn abfahren sollte. Bei sehr frühen Schröpfterminen treiben die Herbstzeitlosen wieder aus und schieben auch die Samenkapseln, für gute Wirkung sollte dann entweder ein weiterer Schröpfschnitt oder eine frühe (Silo-)Nutzung des Bestandes folgen. In der Vergangenheit haben sich Schröpftermine um die Löwenzahnblüte bei ca. 10-15cm Bestandeshöhe als guter Kompromiss bewährt zwischen Erschöpfung der Reservestoffe der Herbstzeitlose, Schonung der gewünschten Kräuter und einer Aufwuchsmenge die beim Verbleib auf der Fläche beim späteren Heuschnitt nicht stört.

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