Düngung – Kalkung kurz und knapp
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 03.07.2026
„In der Folge informieren wir über die Kalkung des Bodens,“ so die beiden renommierten Pflanzenschutzexperten C. Erbe und B. Lutsch aus dem Beratungsgebiet im Landkreis Karlsruhe.
Der Kalkung kommt bei der Düngeplanung eine bedeutende Rolle zu. Grundsätzlich ist der Herbst der beste Zeitpunkt für eine Kalkung, da der Kalk über die Wintermonate ausreichend Zeit hat, seine volle Wirkung im Boden zu entfalten.
Prinzipiell kann man drei Wirkungsweisen des Kalks unterscheiden:
chemische Wirkung: pH-Wert bzw. Kalkversorgung hat Einfluss auf die Verfügbarkeit von Nähr-stoffen. Während Phosphat und Bor im schwach sauren bis neutralen Bereich (pH 6-7) am besten verfügbar sind, nimmt die Löslichkeit der Spurenelemente (außer Molybdän) mit steigende pH-Wert ab.
physikalische Wirkung: durch Kalkung erzeugte stabile Bodenkrümmel, haben eine strukturverbessernde Wirkung, was besonders auf ton- und schluffreichen Böden wichtig ist. Die Verschlämmungs- und Erosionsneigung wird gemindert, die Böden sind tragfähiger und weniger anfällig gegenüber Verdichtungen, wodurch gleichzeitig das Wurzelwachstum der Pflanzen und der Luft sowie der Wasser- und Wärmehaushalt des Bodens begünstigt werden.
biologische Aktivität: durch Kalkung des Bodens kann der pH-Wert eingestellt werden, wodurch die Mikroorganismenaktivität des Bodens begünstigt wird (Zersetzung der Erntereste, Aufbau stabiler Humusformen, Mineralisation usw.).
Zur Bemessung der Kalkdüngung sollten die letzten Ergebnisse der Bodenuntersuchung herangezogen werden. Zunächst ist dabei auf den pH-Wert zu achten. Der optimale pH-Wert für Ackerland liegt zwischen pH 6 (leichte Böden) und pH 7 (schwere Böden). Ein niedrigerer pH-Wert im Boden führt zu einer deutlich schlechteren Ausnutzung der Stickstoffdüngung und kann nicht durch höhere N-Gaben ausgeglichen werden. Vorallem die Düngung mit AHL oder ASL führt langfristig zu einer Versauerung der Böden, wodurch höhere Mengen an CaO zum Ausgleich ausgebracht werden müssen. Weiterhin ist auf die Mg-Versorgung der Flächen zu achten. Je höher der Wert bei Mg liegt, umso wichtiger ist es bei der Kalkauswahl auf Kalke mit niedrigem Mg-Gehalt zu achten. Ein unausgewogenes Verhältnis von Magnesium zu Kali führt zu einer schlechteren Kaliaufnahme, was sich insbesondere in trockenen Jahren sehr negativ bemerkbar macht.
Praxistipp: Ergänzender Artikel des Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR): Kalkdüngung Dr. Stefan Weimar, DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück