Getreide – Applikationen nur morgens oder abends.

Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 09.10.2026

 

Gestern fielen im Taubertal zwischen 5 bis 7 Liter Regen. „Meist bleibt es bewölkt mit nur vereinzelten weiteren Schauern,“ so der versierte, amtliche Pflanzenbauexperte T. Bender mit Blick in den Main-Tauber-Kreis und dem ernstzunehmenden Zusatz: „Bis über das Wochenende mit Wind.“ Im nördlichen Landkreis ist schon sehr viel Getreide gesät. In den Höhenlagen steht die Weizenaussaat noch an. Auf „Ackerfuchsschwanzflächen“ sollte die Aussaat noch hinausgezögert werden.

 

Die Situation hat sich im Vergleich zur vergangenen Woche nicht grundlegend geändert. Die Durchführung von Behandlungen bietet sich heute an - wenn der Wind es zulässt - oder erst wieder Mitte nächste Woche.  Die Regenmengen reichen für eine optimale Wirkung der Herbizide nicht aus, dafür hätten wir deutlich mehr gebraucht. Allerdings ist es eine Abwägungssache jetzt doch zu fahren.

 

Für eine Behandlung spricht: 

  • Die Saat ist schon einige Tage her, die Oberfläche etwas abgesetzt. 

  • Die Fläche besitzt hohes Ackerfuchsschwanzpotenzial. 

  • Der Boden ist durchfeuchtet und bleibt dies auch mindestens einen Tag. 

  • Behandlung erfolgt auf noch „feuchten“ Boden und ich kann direkt fahren.

  • Der Wetterbericht meldet vereinzelt weitere Niederschläge. 

  • Bisher kein Ackerfuchsschwanz aufgelaufen, da Scheinsaat trockenheitsbedingt nicht geglückt. 

 

Schwierigkeiten die eine Behandlung erschweren:

  • Die Fläche ist noch uneben und nicht gewalzt. 

  • Die Niederschläge reichen nicht zum Auflaufen des Ackerfuchsschwanz. 

  • Sehr viel organisches Material auf der Oberfläche. 

  • Es war nur wenig <5 bis 8 Liter Regen. 

  • Es herrscht mäßig bis geringes Ackerfuchsschwanzpotenzial. 

  • Es ist weniger als 4 cm tief durchfeuchtet. 

  • Warme Temperaturen vorhergesagt. 

Die Wirkung der Herbizide erfolgt im Auflaufen der Ungräser und diese können nur bei feuchtem Boden den Wirkstoff aufnehmen. Der Wirkstoff verbleibt auf der Bodenoberfläche kann aber erst bei Feuchtigkeit wirken.

Praxistipps: Sollten die Bedingungen es erlauben dann führen Sie die Behandlung witterungsbedingt jetzt aus. Die Wirkungsgrade werden im Vorauflauf höher sein als nach dem Feldaufgang und etabliertem Ackerfuchschwanz. Sollte die Wirkung nicht einsetzen muss auf „extremen“ Flächen eine Nachlage von Trinity, Lentipur (Drainageauflage) oder Axial eingeplant werden. Keine Mischungen aus Boxer und Chlortoluron! 

 

Folgende Kombinationen wären jetzt möglich: 

  • Herold SC; Battle Delta; oder Generika 0,6 Liter/ha + Boxer 1,5 bis 2,0 Liter 

 

Auflagen - Pendimethalin (u.a. Stomp Aqua, Activus, Trinity, Addition, Agolin, Malibu…) und Prosulfocarb (Boxer, Roxy, Filon, Jura...): 

  • Wasseraufwand mind. 300 Liter

  • 90% abdriftmindernde Düse auf der gesamten Fläche 

  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s 

  • Fahrgeschwindigkeit höchstens 7,5 km/h

Auflagen Chlortoluron-Produkte - Achten Sie beim Winterweizen auf die Sortenverträglichkeit von Chlortoluron! Nur eine Anwendung auf derselben Fläche innerhalb eines Kalenderjahres. Keine Anwendung auf drainierten Flächen im ganzen Jahr (Ausnahme Trinity: Verbot zwischen 01.11. und 15.03.)

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