Getreide – Bei Befahrbarkeit zügig erledigen

Wichtige Informationen aus dem Rhein-Neckar-Kreis vom 27.10.2026

 

„Wurden noch keine Bodenherbizide ausgebracht, sollte dies jetzt bei Befahrbarkeit zügig erfolgen,“ so die einstimmige Einschätzung der beiden renommierten, amtlichen Pflanzenschutz- und Anbauexperten H. Gawron und G. Münkel mit Blick in den Rhein-Neckar-Kreis.

 

Wintergerste - Befinden sich in Frühsaaten bereits Gräser, die über das erste Blatt hinausgewachsen sind, muss zum Bodenpartner ein blattaktiver Wirkstoff zugemischt werden. Wir empfehlen in diesem Fall 0,9 Liter/ha Axial. Ideal ist das zwei bis drei Blattstadium des Grases. Für eine gute Benetzung sollte eine feintropfigere Düse gewählt werden, da der Ackerfuchschwanz noch sehr fein im Blatt und die Blattstellung überwiegend senkrecht ist. 

Aktuell finden wir noch wenige Blattläuse in den Beständen, dennoch müssen Sie Ihre Schläge regelmäßig kontrollieren, ob eine Behandlung notwendig wird. Die Schadschwelle liegt bei 20% Befall. 

Praxistipps: Kontrollieren Sie in den hellen Nachmittagsstunden Ihre Bestände auf Läuse. Bei Bedarf ein zugelassenes Insektizid anwenden (siehe Pflanzenproduktionsheft 2026, Seite 44). Achten Sie bei dem Zusatz des Wirkstoffes CTU, dass dieser nicht auf drainierten Flächen eingesetzt werden darf. Beachten Sie die Abstandsauflagen der eingesetzten Produkte zu den Gewässern! Bei den Wirkstoffen Prosulfocarb und Pendimethalin (z.B. Boxer, Malibu, Stomp Aqua) muss eine Düsentechnik von 90% Abdriftminderung, eine Wasseraufwandmenge von 300 Liter/ha und eine Fahrgeschwindigkeit von maximal 7,5 km/h eingehalten werden. 

 

Winterweizen - Auch im Winterweizen sollte jetzt die vorhandene Bodenfeuchte für die Bodenherbizide genutzt werden. 

Praxistipps: Beachten Sie - wie in der Wintergerste oben bereits beschrieben - die Auflagen der eingesetzten Produkte. Herbizide mit dem Wirkstoff Flufenacet (Herold SC, Mertil, Cadou, Carpartus, Fence, Malibu, Battle Delta und viele andere) müssen in diesem Herbst komplett aufgebraucht werden, da sie ihre Zulassung verlieren. Unser Rat: Sprechen Sie mit Ihren Kollegen, falls Sie noch Restmengen haben, damit diese noch sinnvoll verwertet werden können.

 

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