Getreide – Bestände bisher gesund

Wichtige Informationen aus dem Enzkreis vom 13.04.2026

 

Die amtlichen Pflanzenschutzberater S. Nagel und F. Fuchs berichten heute über den Stand der Getreidekulturen in ihrem Beratungsgebiet.Die Wintergetreidebestände im Enzkreis zeigen sich bisher gesund.“Wintergerstenbestände befinden sich derzeit, je nach Saatzeitpunkt, im BBCH-Stadium 30 (Schossbeginn) bis 32 (Zwei-Knoten-Stadium). Winterweizenbestände sind überwiegend am Ende der Bestockung.“

 

Unter Beachtung der vorherrschenden Witterung und des Bedarfs, können Wachstumsregler zum Einsatz kommen. Wüchsige Bedingungen stellen optimale Einsatzbedingungen dar, die Bestände befinden sich zum Anwendungszeitpunkt idealerweise im BBCH-Stadium 31/32.

Praxistipps: „Entscheiden Sie stets schlagspezifisch entsprechend der Sortenwahl, des Entwicklungszustandes und der N-Düngestrategie, ob ein Wachstumsreglereinsatz notwendig ist.“ Je nach Produktwahl ist es unabdingbar auf die Mischbarkeit mit Herbiziden und Fungiziden zu achten, sofern Tankmischungen gefahren werden sollen. Oftmals kann auf den Einsatz des Wachstumsreglers, besonders in Winterweizenbeständen, verzichtet werden. 

Hinweis: Ein Verzicht auf den Wachstumsreglereinsatz im Getreide stellt ebenfalls eine Wahlmaßnahme des IPSplus dar – vergessen Sie in diesem Zusammenhang nicht die zugehörige Dokumentation. In der Folge eine kleine Entscheidungshilfe, ob ggf. auf den Wachstumsreglereinsatz verzichtet werden kann, ohne dass Nachteile für die Kultur zu erwarten sind:

Sorteneigenschaften - bei Anbau einer standfesten, halm- und ährenstabilen kurzstrohigen Sorte kann von einer geringen Lageranfälligkeit ausgegangen werden (vgl. Merkmalausprägung bis Bonitur-note „4“); Die Sorteneigenschaften finden Sie u.a. im Heft Integrierter Pflanzenschutz - Ackerbau und Grünland oder auf der Internetseite des Bundessortenamtes unter Beschreibende Sortenliste Bundessortenamt. 

Standorteigenschaften - auf leichten Böden oder Standorten mit einer geringen N-Nachlieferung. 

Nährstoffversorgung - bei organischer Düngung gilt auf das Nachlieferungspotenzial des entsprechenden Düngemittels zu achten. 

Saatzeitpunkt - Verzicht möglich bei Spätsaaten und/oder geringen Bestandsdichten. 

Witterungsbedingungen - starke Temperaturschwankungen und hohe Sonneneinstrahlung können ebenfalls zu einer Einkürzung der Bestände führen. 

 

Die nachfolgende Übersichtstabelle unterstützt bei der Wirkstoffwahl. Neben den unterschiedlichen Wirkstoffen und Wirkungen werden auch deren Ansprüche an Temperatur und Witterung dargestellt. 

Wirkstoff

Trinexapac-Ethyl

Prohexadion-Calcium

Mepiquat-Chlorid

Ethephon

Chlormequat-

Chlorid

Eingriff durch

späte GA-Hemmer

späte GA-Hemmer

frühe GA-Hemmer

Phytohormon Ethylen

frühe GA-Hemmer

Produkt

Prodax

 

Camposan Top

Cerone 660

CCC720

Stabilan 720

Acucel

Moddus

Countdown

Medax Top

Fabulis OD

 

Witterungs-ansprüche

>12°C

sonnig

>8°C

sonnig

>6°C 

>8 Std. Sonne 

>14°C

wüchsig

>6°C

>8 Std. Sonne

trockener Bestand

 

oder >10°C

und bedeckt

 

oder >10°C bedeckt

Wirkungsdauer

bis 14 Tage

3-4 Tage

bis 10 Tage

2-4 Tage

Bis 10 Tage

Hauptwirkung

Halmlänge

Halmwand

Halmlänge

Halmwand

Halmlänge

Halmwand

nur Halmlänge

Halmlänge

Halmwand

Nebenwirkung 

Reduktion überflüssiger Nebentriebe

schneller Verlust der Nebentriebe

Bestandes-homogenisierung

reduziert Ährenknicken

Bestands-homogenisierung

Zur Ungras- und Unkrautkontrolle kann im Sommergetreide ein Unkrautstriegel zum Einsatz kommen. Es gilt zu beachten, dass die zu bekämpfenden Unkräuter bzw. Ungräser in der Entwicklung noch nicht zu weit fortgeschritten sind. Sofern nötig, kann zu späteren Zeitpunkten mit Herbiziden nachbehandelt werden.

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