Getreide – Entscheidend für die Terminierung …

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 10.04.2026

 

„Wintergerste und Winterroggen sind überwiegend bereits im BBCH-Stadium 31-32,“ so C. Erbe und B. Lutsch, landesweit bekannte Pflanzenschutz- und Anbauexperten vom Landwirtschaftsamt in Bruchsal zuständig im Landkreis Karlsruhe mit der wegweisenden Ergänzung:Winterweizen und Winterdinkel oftmals noch nicht.“

 

Generelles zum Wachstumsreglereinsatz Entscheidend für die Terminierung der Wachstumsreglermaßnahme ist die Eigenkontrolle des Entwicklungsstadiums auf Ihren Schlägen. Schneiden Sie hierfür den Haupttrieb des Getreides auf. Sollten Wachstumsreglermaßnahmen notwendig sein, ist der Beste Zeitpunkt hierfür wenn sich der zweite Knoten vom ersten abhebt. Dies bezieht sich auf die Wirkstoffe Trinexapac (z.B. Moddus), Prohexadion (z.B. Fabulis OD) bzw. auf Produkte wie Medax Top oder Prodax. 

Praxistipps: Entscheidungskriterien für die Wahl und Dosierung der Wachstumsregler sind die Kultur, die Lagerneigung der Sorte und das Düngeniveau. Sorten die mit einer Lagerneigung von 4 und kleiner eingestuft sind, brauchen bei normalem Düngeniveau unter den derzeitigen Witterungsbedingungen keinen Wachstumsreglereinsatz. Die Lagerneigung der einzelnen Sorten im Winter- und Sommergetreide finden Sie im Pflanzenproduktionsheft auf den Seiten 31 – 40.

Wirkstoff

Mittel

Wirkungseintritt

Wirkungsdauer

Temperaturanspruch

Chlormequatchlorid

CCC, Manipulator

bis zu 10 Tage

>8°C tagsüber

>5°C nachts

Trinexapac-ethyl

Calma, Moddus, Countdown, Modan, Moddevo…

spät - bis zu

- 14 Tage

>12°C

strahlungsreiches Wetter förderlich,

Moddevo >8°C

Mepiquatchlorid

+Prohexadion-Calcium

Medax Top

schnell einsetzende Wirkung

- 4-5 Tage

>8°C

Prohexadion

+Trinexapac-ethyl

Prodax

Kombination aus schnellem Wirkungseintritt und Dauerwirkung

>12°C

Prohexadion

Fabulis OD

spät  

- bis zu 10 Tage

Flüssigformulierung

>12°C

Etephon

Camposa-E, Cerone 660…

2-4 Tage

>14°C tagsüber

>10°C nachts

 

Sommergerste - Die Sommergerste befindet sich im Stadium 2 Blätter bis Beginn Bestockung. Unkräuter sind bislang eher verhalten aufgelaufen. Bei ausstehenden Herbizidmaßnahmen sollte der Regen abgewartet werden um bei einer Behandlung neuauflaufende Unkräuter mit zu erfassen. 

Selektiv wirkende Herbizide - Generell sollte die chemische Unkrautkontrolle erfolgen, solange die Gerste die Unkräuter noch nicht bedeckt. Wichtig ist die Leitverunkrautung effektiv zu bekämpfen, d.h. alle Unkräuter die den Ertrag der Sommergerste extrem schmälern, sollen beseitigt werden. Eine einfache Lösung, bei der alle ertragsreduzierenden Sommerunkräuter wie Knöterich und Gänsefußarten erfasst werden und zudem eine gute Wirkung auf Disteln und Klettenlabkraut hat, ist eine Mischung aus Fluroxypyr (z.B. Tomigan) und U46M. Gerne beraten wir Sie zu dieser Mischung bezüglich der Aufwandmengen.

Breit wirkende Herbizide - Aus Gründen des Resistenzmanagments sollten überwiegend wuchsstoffhaltige Präparate (z.B. Pixxaro, Ariane C, usw.) zum Einsatz kommen, da der Einsatz von Herbiziden aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe (SHS) meist in allen Getreidearten und auch im Mais Standard ist. Daher empfehle wir in Sommergerste vorrangig die Mischung aus 0,75 l Ariane C + 0,25 l Pixxaro. Diese Mischung ist auch noch relativ spät einsetzbar und hat dann eine gute Wirkung auch auf die Distel. Zudem werden die wichtigsten Unkräuter wie Klettenlabkraut, Gänsefuß-, Storchschnabel- und Knötericharten zuverlässig erfasst. 

Gräser in Sommergerste - Auf Standorten mit Ackerfuchschwanzproblematik kann Axial 50 eingesetzt werden.