Getreide – Generelle Informationen zur Herbizidapplikation
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 02.10.2026
C. Erbe, B. Trautmann-Lutsch und A. Kästel von der amtlichen Beratung Bruchsal wissen: „Chemisch stehen uns weiterhin nach der Saat keine neuen Wirkstoffe zur. Die Flufenacethaltigen Produkte können im Rahmen der Aufbrauchfrist bis in den Dezember 2026 eingesetzt werden. Die vollständige Liste zu den Aufbrauchfristen der Flufenacethaltigen Produkte ist zu finden unter dem Link:
Praxistipps: Setzen Sie Bodenherbizide möglichst zeitnah nach der Saat ein. Ausreichend Bodenfeuchtebedingungen verstärken den Wirkungserfolg. Grobe Bodenstrukturen und Kluten gilt es zu verhindern. Walzen kann hier unterstützend wirken, sofern dadurch die Kluten ausreichend zerkleinert werden. Dies kann vor oder nach der Saat erfolgen. Wichtig für die Verträglichkeit von Bodenherbiziden ist außerdem eine ausreichende und exakte Saatgutablage. Eine gleichmäßige Ablage-tiefe von etwa 3 bis 4 cm sollte erreicht werden, um mögliche Schäden durch die Bodenherbizide zu vermeiden. Grundsätzlich sollten Bodenherbizide im Optimalfall etwa 3 bis 5 Tage nach der Saat appliziert werden, idealerweise nach einem Niederschlagsereignis.
Die meisten Betriebe werden in dieser Saison noch mit den vorhandenen Flufenacethaltigen Mitteln für die Herbstanwendung auskommen. Basis der Herbstherbizid-Strategie bildet daher das Flufenacet, das sowohl solo als auch in Mischung mit Diflufenikan (z.B. Herold, Battle Delta, Mertil…) verfügbar ist. Als Unkrautpartner können Diflufenikan (z.B. Diflanil, Sempra, oder Mischprodukte s.o.), Pendimathalin oder auch Aclonifen eingesetzt werden. Auf Standorten mit hohem Ackerfuchsschwanz-Druck sollte auf die Wirkungsunterstützung eines Prosulfocarbhaltigen Produktes (z.B. Boxer, Cofeno, Roxy, …) oder alternativ Chlortoluron (Drainageauflage) nicht verzichtet werden, auch wenn sich die Verträglichkeit insbesondere nach Starkniederschlägen verschlechtern kann.
Aufwandmenge für verschiedene Wirkstoffe zur Ackerfuchsschwanzbekämpfung:
| Wirkstoff | Produktbeispiel |
Basis | Flufenacet (240g) | Cadou, Fence, Sunfire, Mischprodukte: Herold, Battle Delta… |
Wirkstoffunterstützung | Prosulfocarb (2000 bis 2400g) oder Chlortoluron (1500 bis 2100g) | Boxer, Roxy, Confence
Toluron, Lentipur |
Unkrautpartner | Diflufenikan (DFF) Pendimethalin Aclonifen (auch Wirkstoffunterstützung) Beflubutamid (auch Wirkstoffunterstützung) | Diflanil, Sempra Stomp Mateno (+DFF) Beflex |
- Auflagen Pendimethalin (u.a. Stomp, Activus, Trinity, Addition, Agolin, Malibu, …) und Prosulfocarb (Boxer, Roxy, Filon, Jura, ….):
- Wasseraufwand mind. 300 Liter
- 90% abdriftmindernde Düse auf der gesamten Fläche
- Windgeschwindigkeit max. 3 m/s
- Fahrgeschwindigkeit höchstens bei 7,5 km/h
Auflagen Chlortoluron-Produkte:
- Keine Anwendung auf den Bodenarten: reiner Sand, schwach schluffiger Sand und schwach toniger Sand
- Nur eine Anwendung auf derselben Fläche innerhalb eines Kalenderjahres
- Keine Anwendung auf drainierten Flächen im ganzen Jahr (Ausnahme Trinity: Verbot zw. 01.11 und 15.03)
Praxistipps: Beachten Sie die unterschiedliche Sortenverträglichkeit bei der Chlortoluronanwendung in Winterweizen. Beachten Sie außerdem die genauen Zulassungstexte und Auflagen, die teilweise abweichend sind. Insbesondere zu den Chlortoluronauflagen und den Gewässerabständen werden im Herbst Kontrollen durchgeführt. Die Zulassungen in Dinkel und Triticale sind teilweise eingeschränkt. Fordern Sie hierzu und zu anderen möglichen Präparatemischungen Beratung an.