Getreide – Gesund und geregelt

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 20.04.2026

 

„Aufgrund der warmen Witterung ist das Wachstum flott vorangegangen, sodass sich die Wintergersten meist im BBCH 32 befinden,“ so das renommierte Beratungstrios M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg mit der Ergänzung: Die Winterweizenbestände präsentieren sich je nach Aussaatzeitpunkt im Herbst zwischen 29 und 31.“ In der Folge nun die regional gültigen Empfehlungen des agilen Ravensburger Trios

 

In der Wintergerste sind zum Teil bereits Wachstumsreglermaßnahmen getätigt worden. In manchen Fällen stehen diese noch an. Im aktuell fortgeschrittenen Stadium der Winterungen ist es für den Einsatz von CCC-Produkten zu spät. Greifen Sie deshalb auf Trinexapac/Prohexadion-Produkte wie z. B. Prodax oder Moddus zurück. Diese fördern die Verholzung und die Stabilität der unteren Halmabschnitte und bremsen das Längenwachstum. Durch die aktuellen Temperaturen von über 12 °C ergeben sich optimale Bedingungen. Beachten Sie jedoch die anhaltend trockenen Bedingungen sowie die Strahlungsintensität und reduzieren Sie die Aufwandmenge der Wachstumsregler dementsprechend.
 
Die aktuell eher trockene Witterungslage sorgt dafür, dass das Infektionsgeschehen (Pilzdruck) im Getreide ebenfalls sehr verhalten ist. Wir haben bereits mit dem Monitoring der Blattgesundheit in Winterweizen und Wintergerste begonnen und werden die Bonitur Ergebnisse regelmäßig auf ISIP erfassen. Beachten Sie zudem bei der Entscheidungsfindung, dass die aktuell entwickelten Blätter später nicht ertragsrelevant sind. Zum Beispiel in der Wintergerste im aktuellen 2-Knoten-Stadium ist das F -2 voll entwickelt und das F -1 ist am spitzen. Für eine uneingeschränkte Ertragsleistung sind die obersten 3 Blätter entscheidend. In der vergangenen Kalenderwoche bestand ein potentielles Risiko für Netzflecken in der Wintergerste, behalten Sie deshalb Ihre Bestände trotz alledem im Auge und nutzen Sie für eine Entscheidung die Bekämpfungsrichtwerte. Begutachten Sie dabei ausschließlich die obersten drei Blätter welche Sie zum Zeitpunkt der Felderbegehung sehen. Der Bekämpfungsrichtwert für Netzflecken liegt bei einer Befallshäufigkeit von 20%, sprich wenn 20% der Pflanzen Symptome zeigen, ist eine Behandlung sinnvoll.

Im Weizen ist ein besonderes Augenmerk auf die Halmbruch-Infektion zu legen, sofern eine enge Weizen Fruchtfolge praktiziert wird. ISIP spricht eine Infektionsgefahr für Gelbrost aus, aus langjähriger Erfahrung spielt Gelbrost in unserer Region allerdings keine Rolle. Für die bedeutendste Krankheit im Weizen, Septoria tritici, wurden je nach Standort nur vereinzelt Infektionswahrscheinlichkeiten von ISIP berechnet. In den von uns begutachteten Weizenbeständen konnten aktuell keinerlei Symptome festgestellt werden.
 
Praxistipps: Eine warme und gleichzeitig feuchte Witterung begünstigt das Geschehen und erfordert somit engmaschigere Bestandskontrollen. Die hingegen angesagte, vorwiegend trockene Wetterlage, wird unserer Einschätzung nach das Geschehen ruhig halten.

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