Getreide – Heute im Visier: Sommergerste und Winterweizen

Wichtige Informationen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis vom 03.06.2026

 

Die renommierte Pflanzenschutzberaterin K. Simon aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis berichtet: „Die Sommergerste in der Region befindet sich im Grannenspitzen bis Beginn Ährenschieben (BBCH 49-51) und ist noch sehr gesund, zeigt aber erste Ramularia-Blattflecken.“ In Winterweizen reichen die Entwicklungsstadien in unserem Landkreis von Anfang Ährenschieben bis Ende Ährenschieben (BBCH 51-59).

 

Sommergerste - Die Ramularia-Sprenkelkrankheit tritt meistens beim Ährenschieben auf und braucht zur Ausbreitung strahlungsreiche, feuchte Witterung. Kontrollieren Sie Ihre Schläge daher regelmäßig. Wird eine Behandlung notwendig oder ist bei Braugerste eine Behandlung zur Qualitätssicherung vorgesehen, sollte bei der Auswahl des Fungizids auf eine Ramularia-Wirkung geachtet werden. Mit dem Kontakt-Wirkstoff Folpet steht ein wichtiger Resistenz-Baustein für die Ramularia-Bekämpfung zur Verfügung.

Getreidehähnchen: Ab Ende des Schossens bis Blühbeginn bei 20% geschädigte Blattfläche auf den oberen drei Blättern oder 1 Ei/Larve pro Halm ist der Bekämpfungsrichtwert erreicht. 

Schadbild Getreidehähnchen-Larven: Die mit schwarzem Kot bedeckten Larven fressen längliche Fenster zwischen den Blattadern, hauptsächlich des Fahnenblattes. Die Bekämpfungsrichtwerte sind im Schwarzwald- Baar-Kreis derzeit noch nicht erreicht.

Vorgaben zum IPS in Schutzgebieten (IPSplus): Überschreiten der Bekämpfungsrichtwerte muss dokumentiert werden. Achtung: Behandlung des Getreidehähnchens nur nach amtlicher Warndienstempfehlung oder Rücksprache mit der amtlichen Beratung.

 

Winterweizen - Bei wiederholten Niederschlägen und gleichzeitig warmen Temperaturen (15°C- 22°C) während der Blüte, sowie kritischer Vorbedingungen, erhöht sich die Infektionsgefahr für Ährenfusarium. Bleiben das Blatt und die Ähre über 12h nass, beginnt die Infektion. 

Kritische Vorbedingungen sind: 

  • Reduzierte Bodenbearbeitung (kein Pflug) nach Vorfrucht Mais, Getreide und Erbsen

  • Anfällige Sorten

Eine Bekämpfung mit Fungizid gelingt nur während der Blüte. Informationen und Fungizide zur Blütenbehandlung finden Sie im Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026, Ackerbau und Grünland“ ab S. 58.

Vorgaben zum IPS in Schutzgebieten (IPSplus): Pro Bewirtschaftungseinheit ein Spritzfenster, abdriftmindernde Pflanzenschutztechnik

 

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