Getreide - Jetzt heißt es genau beobachten

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Schwäbisch Hall vom 08.05.2026

 

„Nach den jetzt flächendeckenden Niederschlägen kann sich die Krankheitssituation im Getreide schnell ändern,“ so das amtliche Beratungstrios C. Seubert, N. Renner und S. Hörner vom Landwirtschaftsamt Ilshofen. Jetzt heißt es genau beobachten. Freitag und Samstag trockenes und überwiegend sonniges Wetter. Ab Sonntagabend wieder unbeständig mit mehr Wolken, kräftigen Schauern und Gewittern.

 

Viele Weizenbestände sehen derzeit deutlich gestresst aus. Dies sind in den meisten Fällen jedoch keine Krankheiten. Der Stress wurde vornehmlich durch die Trockenheit sowie die kalten Nächte im April verursacht. Es gibt deutliche Sortenunterschiede.

Eventuell wurde der Stress durch scharfe Kombinationen aus Wachstumsregler und Azolfungiziden verschärft. In unserem Landessortenversuch sind die Sortenunterschiede deutlich sichtbar. Besonders auffällig für Stresssymptome sind die Sorten Kumpel, Chevignon und Absolut. Wenig Symptome zeigen die Sorten LG Optimist, Polarkap, KWS Keitum, RGT Kreuzer und Moschus. Fast keine Symptome zeigen die Sorten SU Jonte, Exscal und RGT Kreation. Besonders gestresst fallen derzeit auch Dinkelbestände auf.

Praxistipps: Fungizidbehandlungen machen bisher dort wenig Sinn. Üppige und gesunde Weizenbestände könnten jetzt noch als letzte Wachstumsreglermaßnahme mit 0,4 Liter/ha Moddus standfest gemacht werden. Bei Überfahrten jetzt auf Disteln achten und dann bei Bedarf mit 1,4 Liter/ha U 46 M-Fluid (Zulassung bis BBCH 39) behandeln.

Achtung: Keine Wachstumsregler mit Wuchsstoffen (MCPA) mischen!

Wintergerste - Wo noch nicht geschehen, jetzt die Abschlussbehandlung setzen. Es ist auf die volle Aufwandmenge von 1,5 Liter/ha Folpan + ein Breitbandfungizid oder 1,5 Liter/ha Amistar Max + 1,0 Liter/ha Elatus Era zu achten.

Achtung: Kein Einsatz mehr von Wachstumsreglern in Wintergerste!

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