Getreide - Krankheitsbekämpfung im Winterweizen im Auge behalten
Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 07.05.2026
Durch die lange Trockenheit der letzten Wochen wurde Blattkrankheiten stark ausgebremst. Viele Bestände sind daher auch in den unteren Blattetagen sauber. Infolge von Niederschlägen kann es in Abhängigkeit von der Blattnässedauer zu Infektionen kommen.
Je nach Standort, bereits vorhanden Infektionen und Witterung steigen die Risiken für Infektionen von Rostkrankheiten und Blattseptoria im Winterweizen deutlich. Wenn bei Kontrollen kein oder nur ein geringer Krankheitsbefall festzustellen ist, kann im Weizen mit der Spritzung bis zum Erscheinen des Fahnenblattes oder sogar bis zum Ährenschieben gewartet werden.
Langjährige Erfahrungen zeigen, dass in vielen Gebieten in den meisten Jahren eine Einfachbehandlung je nach Witterung zwischen BBCH 37 (Erscheinen des Fahnenblatts) und BBCH 51 (Beginn des Ähren-/Rispenschiebens) am wirtschaftlichsten ist.
Praxistipp: Wurde dem Wachstumsregler bereits ein Fungizid zugegeben oder ist zur Blüte noch eine Fusarium-Bekämpfung eingeplant, kann die Aufwandmenge bei der Blattbehandlung reduziert werden.
Mögliche Behandlungen zum Fahnenblatt (ab BBCH 39, mit Dauerwirkung gegen Rost) sind:
Elatus Era + Amistar (1,0 + 0,75 Liter/ha)
Ascra Xpro + Elatus Era (1,25 + 0,75 Liter/ha)
Revytrex + Elatus Era (1,25 + 0,75 Liter/ha)
Ab BBCH 41 (Blattscheide des Fahnenblattes verlängert sich) ist auch möglich:
Univoq + Amistar (1,75 + 0,75 Liter/ha)
Wenn in gesunden Sorten oder bei Standorten mit geringen Krankheitsdruck eine Behandlung zum Fahnenblatt noch nicht notwendig ist und bis BBCH 49 (Grannenspitzen) / BBCH 51 (Beginn Ährenschieben) gewartet werden kann, bieten sich z. B. folgende Behandlungen an:
Avastel-Pack (Soratel + Pioli (0,75 + 1,5 Liter/ha)) + Amistar Gold (0,75 Liter/ha)
Univoq + Orius (1,75 + 1,25 Liter/ha)
Weitere geeignete Fungizide können der Broschüre „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ in Tabelle 23 auf den Seiten 58 bis 61 entnommen werden. Es empfiehlt sich, den Warndienst des örtlichen Landwirtschaftsamts und die spezifische Prognose unter www.isip.de zu berücksichtigen.
Praxistipps: Septoriabefall an Winterweizen tritt wegen der längeren Trockenheit dieses Jahr bislang nicht so stark auf. Bei häufigen Niederschlägen kann Septoria die oberen Blattetagen befallen. Durch einen gezielten Fungizidschutz des Fahnenblatts können Schäden verhindert werden.