Getreide – Problemflächen möglichst spät säen
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Karlsruhe vom 15.10.2026
In der letzten Woche ergab sich ein Zeitfenster zur Aussaat der Wintergerste und Winterroggen. Demzufolge lautet der Rat von C. Erbe, B. Trautmann-Lutsch und A. Kästel von der amtlichen Beratung Bruchsal: „Sofern es die Bodenverhältnisse zulassen, sollte die Wintergerste- und Winterroggensaat diese Woche zum Abschluss kommen, mit der Ergänzung, dass für Winterweizen ein längeres Saatfenster besteht und für diese Kultur weiter gilt: „Saatbeet geht vor Saatzeit“.
Saatbeetbereitung / mechanische Ungraskontrolle: Beseitigen Sie bereits aufgelaufene Gräser vor der Aussaat.
Neben Luxinum (Winterweizen Indikation Ackerfuchsschwanz) hat auch Fundatis (in Winterweizen und Wintergerste gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgras) eine Notfallzulassung für diesen Herbst erhalten. Beide Produkte enthalten Bodenwirkstoffe und sollten daher vor dem Auf-laufen der Kultur und somit der Ungräser eingesetzt werden. Bodenfeuchte ist unabdinglich für eine gute Wirkung. Beide Produkte haben wir bereits im Versuch auch unter widrigen Bedingungen getestet. Sollten Sie die Produkte für Ihre Herbstanwendung in Betracht ziehen, können wir Sie gerne beraten.
Hier nochmal der Appell: Achten Sie auf eine ausreichende Saattiefe von 3 cm und v.a. einer guten gleichmäßigen Abdeckung des Saatgutes mit Feinerde, um eine gute Verträglichkeit zu gewährleisten.
Sollten Niederschlagsereignisse folgen, nutzen Sie das Zeitfenster um die Herbstbehandlungen mit Bodenherbiziden im Getreide durchzuführen. Sollten weiterhin keinen nennenswerten Regen-mengen nach der Aussaat von Wintergetreide fallen, kann ein Strategiewechsel bei der Herbizidwahl notwendig werden. Je nach Größe des Ungrases (z.B.) Ackerfuchsschwanz müssen dann die reine bodenaktiven Herbizide um eine (teils-) blattaktive Komponente ergänzt werden.
Praxistipps: Spitzt der Ackerfuchsschwanz gerade so sichtbar aus dem Boden heraus und hat sein 1. Blatt noch nicht entfaltet, sollten Produkte auf Basis von Flufenacet und DFF zum Einsatz kommen, die mit CTU aufgemischt werden (Achtung CTU Sortenverträglichkeit Weizen). Hat der Ackerfuchschwanz ein Blatt entwickelt, sollte das Bodenherbizid mit einem blattaktiven Graminizid aufgemischt und im 2- bis 3-Blattstadium des Ungrases appliziert werden. In Gerste ist hierfür nur Axial 50 zugelassen, in Weizen und Roggen wäre auch Traxos möglich. Fordern Sie im Zweifelsfall gerne Beratung an.
Weiterhin haben Erfahrungen der letzten Jahren gezeigt, dass spät gesäte Bestände, die effektivste Maßnahme ist, um Gräser in Schach zu halten. Säen Sie daher ihre Problemflächen möglichst spät. Auch hinsichtlich des Ertrags sind bei Aussaaten bis Mitte Oktober in der Vergangenheit keine Rückgänge festzustellen.