Getreide – „Spritzenfahrerwetter“ erst mal nicht in Sicht
Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 11.05.2026
„Endlich erfolgte flächig Regen – die anlaufende Woche aber eher unbeständig mit Schauerneigung,“ so der renommierte Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender am Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim mit Blick in den Main-Tauber-Kreis.
Dinkel und Weizen - Die nun erfolgten Niederschläge und unbeständige Witterung sorgt für zügiges Wachstum und veränderte Bedingungen für Blattkrankheiten. Viele Dinkel- und Weizenbestände zeigen starke Stressflecken auf den älteren Blättern. Besonders auffällig für Stresssymptome sind die Weizensorten Kumpel, Chevignon und Absolut. Wenig Symptome zeigen die Sorten LG Optimist, Polarkap, KWS Keitum, RGT Kreuzer und Moschus. Fast keine Symptome zeigen die Sorten SU Jonte, Exscal und RGT Kreation. In Dinkel zeigt sich Alliente besonders auffällig.
Das Auftreten ist sehr sortenabhängig. Die Symptome wurden durch die vergangene starke Tag-Nacht-Temperaturschwankung und den nun erfolgten Trockenstress verursacht. Diese Flecken werden leicht mit Septoria oder DTR verwechselt, jedoch unterscheiden sich bei genauerem Betrachten die Symptome deutlich voneinander. Septoria Tritici konnten wir vereinzelt feststellen. Hier bitte klar unterscheiden, ob in den Blattflecken auch die kleinen schwarzen Pyknidien zu finden sind. Vereinzelt ist auch Braunrost im Anfangsstadium zu finden.
Praxistipps: Bei klarem Krankheitsauftreten sollte in der Regenphase beobachtet werden. Sind die Bestände, wenn wieder gefahren werden kann, weit entwickelt sollte im Fahnenblattstadium eine Behandlung mit einer Azol-Carboxamid-Kombination mit Stopp- und Dauerwirkung wie: AscraXpro, Balaya, Elatus Era, Jordi, Univoq o.ä. gefahren werden. Eine „Einmalbehandlung“ sollte nach wie vor angestrebt werden.
Die Behandlung von Distel, Schachtelhalm, Winden und Kerbel sollte abgeschlossen werden: 1,2 Liter/ha U46 M Fluid oder Lodin, Pointer Plus, Omnera bis BBCH 39.
Wintergerste - Die Gerste hat die Ähren geschoben und die Abschlussbehandlung steht nach dem Regen an. Hier sollten die gewohnten Azol-Carboxamidprodukte wie die Produkte Balaya, AscraXpro, ElatusEra, in Kombination mit Folpan SC 1,5 Liter/ha zum Einsatz kommen. Kam der Wirkstoff Prothioconazol bereits zum Einsatz bietet sich aus Resistenzgründen nun ein Wirkstoffwechsel auf bspw. Mefentrifluconazol an. Folpan ist aufgrund seiner Formulierung nicht sehr „regenfest“. Daher sollten nach der Behandlung erstmal keine großen Regenmengen folgen. Eventuell erst kommende Woche fahren.
Sommergerste - Auch in einigen Sommergerstenflächen hellten die Bestände aufgrund des Trockenstress auf. Dies wird sich bald egalisieren. Wachstumsregler sollten allenfalls nur sehr bedacht zum Einsatz kommen. Aufgrund der schnellen Entwicklung der Sommergerste wird eine fungizide Einmalbehandlung angestrebt. Die Sommergerste zeigt immer eine schnelle Schossphase das Fahnenblattstadium ist schnell erreicht, erst dann sollte ein Fungizid gefahren werden.