Getreide – Stressflecken in Weizen und Dinkel
Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 06.05.2026
„Viele Weizen- und Dinkelbestände zeigen starke Stressflecken,“ so der renommierte Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender am Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim mit Blick in die kommende Woche. „Das Auftreten ist teils sortenabhängig, jedoch ist das Phänomen im ganzen Main-Tauber-Kreis und sogar darüber hinaus zu beobachten.“
Die Symptome werden durch die vergangene starke Tag-Nacht-Temperaturschwankung und den nun erfolgten Wasserstress verursacht. Diese Flecken werden leicht mit Septoria oder DTR verwechselt, jedoch unterscheiden sich bei genauerem Betrachten die Symptome deutlich voneinander. Beide Krankheiten sind derzeit nicht von Bedeutung, zumal die aktuelle trockene Witterung keine Grundlage für eine Septoria-Infektion bot. Eine Behandlung mit Fungiziden (Azolen) bringt hier keinen Nutzen. Eine Behandlung mit Wachstumsreglern schließt sich aus. Das Einzige, was wir dringend brauchen, ist Regen. Teilweise sind die Reaktionen der Pflanzen auch verstärkt ersichtlich, auf mit Wachstumsregler behandelten Flächen, oft aber auch sehr Sortenabhängig.
Folgende Sorten zeigen verstärkt Symptome:
Dinkel: Aliente
Weizen: Chevignon und Absolut
Wintergerste - Die Gerste ist im Ährenschieben und die Abschlussbehandlung steht nach dem hoffentlich erfolgen Regen an. Hier sollten die gewohnten Azol-Carboxamidprodukte in Kombination mit Folpan SC 1,5 L/ha zum Einsatz kommen.
Sommergerste - Auch in einigen Sommergerstenflächen hellen die Bestände aufgrund des Wasserstress auf. Die Unkrautbehandlungen sollten abgeschlossen sein. Wachstumsreglermaßnahmen sollten allenfalls nach dem Regen erfolgen und nur sehr bedacht zum Einsatz kommen. Netzflecken können teilweise vorhanden sein, werden aber nur bei längerer Blattnässe bedeutsam.
NID-Termin - Für die späte NID-Probenahme in Mais findet wie folgt statt. Die Sammelstellen in Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim sind an den folgenden Terminen besetzt:
Von Montag 11.Mai bis Mittwoch 13.Mai am Vormittag von 9 bis 10 Uhr und nachmittags von 16 bis 17 Uhr. Die gewohnte späte Nmin-Beprobung ist für rein mineralisch düngende Betriebe sinnvoll. In Problem- und Sanierungsgebiet ist die Düngung nach später Nmin-Messmethode vorgeschrieben!