Getreide – Verunsicherung in der Praxis

Wichtige Informationen des LTZ Augustenberg vom 22.05.2026

 

Aktuell wird seitens des Landhandels sehr stark vor Pilzinfektionen im Getreide gewarnt, was zu großen Verunsicherungen in der Praxis führt. Niederschläge der vergangenen Tage verstärken die Situation umso mehr. 

 

Aber: „Momentan ist in den Beständen aber nur ein sehr geringer Ausgangsbefall gewichtiger Blattkrankheiten zu finden,“ so das Augustenberger Pflanzenschutzreduktionsexpertenteam um J. Zachmann. Aus Sicht der Expertengruppe kann die ein oder andere Behandlung, vor allem dann noch etwas nach hinten hinausgezögert werden, wenn der Ausgangsbefall sehr gering ist und die vegetative Entwicklung der betroffenen Bestände das zu lässt.

 

Beim Blick auf das baden-württembergische - wie das bundesweite - ISIP-Monitoring zu Blattkrankheiten in Getreide ist in diesem Jahr umso stärker aufgefallen, wie sehr die Physiologischen Blattflecken – die aufgrund der Wetterkapriolen fast flächendeckend da sind – das Krankheitsmonitoring in ISIP beeinflussen. In zahlreichen Regionen hat man tiefrote Punkte, obwohl „nur“ PLS-Flecken gefunden wurden, aber keine eindeutigen Symptome wichtiger, ertragsrelevanter Pilzkrankheiten. 

 

Physiologische Blattflecken gehören zu den abiotisch ausgelösten Krankheiten, weshalb es in der Tat richtig ist, sie in den ISIP-Ausgaben aufzuführen. Leider mangelt es in dieser Saison daran, dass der „PLS-Befall“ vor allem in der Beratung des Landhandels offensichtlich keine Berücksichtigung findet. Dazu sollten wir unbedingt wissen, dass bei jedem Fungizideinsatz Pilzkrankheiten im Mittelpunkt stehen sollten – und Physiologischen Blattflecken sind definitiv keine!

 

Praxistipp aus der Pflanzenschutzmittelreduktion: Primär lassen sich die PLS-Flecken nicht bekämpfen. Das Augustenberger Expertenteam rät vom Fungizideinsatz generell ab solange man „nur PLS“ feststellt. Wissen muss man aber, dass viele Fungizide auch einen physiologischen Nebeneffekt haben.

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