Getreide - Wintergetreide gut in den Winter bringen

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 04.11.2026

 

„Im Kreis sind mittlerweile so gut wie alle Wintergetreidebestände gesät,“ so das junge und versierte Beratungstriumphirat M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg mit der Ergänzung: „Im letzten Warndienst wurden die Maßnahmen für den Vorauflauf bzw. frühen Nachauflauf beschrieben.“ „Dort wo die letzten 10 Tage erst gesät worden ist, stehen diese Maßnahmen noch an.“ Beachten Sie hierbei nochmals, dass die Anwendung von Flufenacet-haltigen Produkten jetzt noch letztmalig bis Anfang Dezember erlaubt ist. Nicht verbrauchte Mengen sind bei der Problemstoffsammlung zu entsorgen!


Bestände, die bis Anfang Oktober gesät wurden und nun in BBCH 12 sind, müssen aktuell noch mit dem Blick darauf begutachtet werden, wie die Herbizide gewirkt haben. Sind noch stellenweise Verunkrautungen durchgegangen, oder ist nesterweise noch Ackerfuchsschwanz zu erkennen? Gerade bei bekannten Ecken und bekannten Problemen auf dem Feld kann hier zum aktuellen Zeitpunkt noch nachgesteuert werden.

Wenn mit den bekannten Mischungen aus Flufenacet, Diflufenican und/oder Prosulfocarb bereits behandelt wurde und nach über 14 Tagen der Fuchsschwanz immer noch vital und gut verwurzelt im Feld steht, sollte gut überlegt werden, ob nochmals nachbehandelt werden muss. Hierzu stehen dann noch die Produkte mit dem Wirkstoff Chlortoluron zur Verfügung. Dieser zeigt Boden- und Blattwirkung, wirkt aber am besten gegen Ungräser im jungen Stadium, so lange diese noch kein zweites Blatt gebildet haben.

Praxistipps: Beachten Sie, dass nicht alle Weizensorten CTU-verträglich sind. Wenn Sie bereits bei der ersten Anwendung den Wirkstoff Diflufenican mit ca. 120g in der Mischung drin hatten, ist es aus Verträglichkeitgründen nun besser auf diesen in der Nachbehandlung zu verzichten. Somit scheiden die CTU-Produkte wie Carmina und Trinity aus, es bleiben nur noch Lentipur 700, CTU 700 (ohne Diflufenican) zur Auswahl. Denken Sie daran, dass alle Produkte mit dem Wirkstoff Chlortoluron, ab jetzt im November nicht auf drainierte Flächen ausgebracht werden dürfen! Wir sind verpflichtet die Einhaltung dieser CTU-Auflagen mittels Probenzug zu kontrollieren.
Im späteren Ungras-Stadium wirkt dann in Gerste Axial 50 besser. In Weizen könnte noch Traxos angewendet werden. Aus Gründen der Resistenz-Vermeidung können diese Produkte von uns aber in der Herbstanwendung nicht empfohlen werden, und sollten für die Frühjahrsanwendung vorgehalten werden.

 

Kennen Sie aus den vergangenen Anbaujahren gelb werdende Wintergerste mit kümmerlichem Wuchs? Sehen Sie noch grüne Streifen in Ihrem Bestand, die zu den Fahrspuren passen? Haben Sie eher leichtere Böden, und die Rückverfestigung ist nicht immer ganz ausreichend?

Dann könnte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Mangan-Mangel der Pflanzen handeln. Durch die lockeren Bodenverhältnisse, eine trockene Bodenkrume und evtl. ein hoher pH-Wert liegt das Mangan in oxidierter Form vor und ist schlecht pflanzenverfügbar. In den verdichteten Fahrspuren liegt es unter Sauerstoff-Mangel reduziert vor und ist für die Gerste verfügbar. Die verkümmerte Gerste hat schlechtes Wurzelwerk und hinkt auch im Frühjahr in der Entwicklung hinterher, die betroffenen Stellen im Feld zeigen schlechteren Ertrag. Der richtige Zeitpunkt ist ab Beginn der Bestockung bzw. ab dem 3-4-Blatt-Stadium der Gerste.

Praxistipps: Am Markt sind verschiedene Blatt-Mikronährstoffdünger erhältlich, vorzugsweise ist das Mangan dann in der Nitrat- bzw. Sulfat-Form anzuwenden. Es gibt auch Chelat-Formen, diese dann meistens teurer im Preis. Bedenken Sie, dass Sie durch die Anwendung von Bittersalz zwar Magnesium und Schwefel düngen, aber kein Mangan oder sonstige Spurennährstoffe. Schon kleine Mengen können einiges bewirken. Auch hier gilt der Grundsatz: kleine Ursache, große Wirkung. Bei Bedarf fordern Sie bitte unsere Beratung an!

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