Wintergerste – Blattläusen und Zikaden suchen
Wichtige Informationen des LRA Tübingen vom 16.10.2026
Die aktuelle Witterung gefällt leider auch den Virusübertragenden Blattläusen und Zikaden. „Vor allem die früh gesäten Bestände sind gefährdet, kontrollieren Sie diese jetzt auf Besiedelung mit Blattläusen, diese können das Gerstengelbverzwergungsvirus übertragen,“ so der Tübinger Berater.
Zur Befallsfeststellung werden an 5 Stellen im Bestand je 5 Pflanzen auf Blattläuse kontrolliert, ab 20% befallenen Pflanzen (5 befallene bei 25 kontrollierten Pflanzen) ist der Bekämpfungsrichtwert erreicht. Bei warmem, sonnigem Wetter lassen sich die Blattläuse leichter finden, bei Regen oder bedecktem Himmel ziehen sie sich auf die Blattunterseiten oder in die eingerollten Blätter zurück.
Praxistipps: Zur Bekämpfung können verschiedene Insektizide mit der Zulassung gegen Blattläuse als Virusüberträger eingesetzt werden, z.B. Decis forte, Jaguar, Sumicidin Alpha EC, Teppeki. Eine Bekämpfung ist aber erst ab mindestens 2, besser 3 ausgebildeten Laubblättern sinnvoll.
Gegen die Zwergzikaden als Überträger des Weizenverzwergungsvirus können maximal nicht ausreichende Nebenwirkungen von Pyrethroiden erzielt werden. Die Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Schilf-Glasflügelzikaden in Kartoffeln und Zuckerrüben können nicht übertragen werden, da es sich um eine andere Zikadenart mit anderem Wirtspflanzenspektrum handelt.
Praxistipps: Wenn Insektizidbehandlungen oder Nachbehandlungen gegen Gräser erfolgen können bei ausreichend Blattmasse auch Blattdünger mit Mikronährstoffen ergänzt werden, da diese durch Trockenheit oder lockere Böden (z.B. Bildung von Manganoxid) teilweise schlecht verfügbar sind. Der wichtigste Nährstoff ist Mangan (z.B. 1,0 bis 2,0 Liter/ha Mangannitrat). Als Ergänzung zur Verbesserung der Winterhärte empfehlen sich die Zugabe von Zink und Kupfer.