Wintergetreide – Ackerbegleitflora kontrollieren

Wichtige Informationen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis vom 06.10.2026

 

Inzwischen ist trotz der Trockenheit vielerorts das Wintergetreide gesät. „Um Unkraut und vor allen Ackerfuchsschwanz ausreichend zu kontrollieren, können im Herbst bodenaktive Herbizide zum Einsatz kommen,“ so die agile Pflanzenschutzberaterin K. Simon vom Landwirtschaftsamt Donaueschingen mit verschärftem Blick in ihr Beratungsgebiet den die Expertin mit dem wichtigen Hinweis verknüpft: „Sie vermeiden oder entschärfen Resistenzentwicklungen beim Ungras durch den Wechsel der Wirkstoffklassen (HRAC-Codes).“ 

 

Die sogenannten Bodenherbizide wirken über die Keimwurzel bzw. den Keimspross und müssen im Vorauflauf (VA) oder frühen Nachauflauf (NAK) des Getreides angewendet werden. Der optimale Einsatzzeitpunkt ist, je nach Mittel, vor oder spätestens im Auflaufen vom Ackerfuchsschwanz. Die Bodenherbizide brauchen für eine nachhaltige Wirkung ein feinkrümeliges, abgesetztes Saatbett (walzen nach der Saat) und Bodenfeuchte. Pflanzenrückstände auf der Bodenoberfläche oder ein hoher Humusgehalt mindern die Wirkung. Liegt die Saat gleichmäßig und gut bedeckt (2-3 cm) im Boden, nimmt die Kultur keinen Schaden. Bei den flufenacethaltigen Mitteln endet im Dezember 2026 die Aufbrauchfrist und diese können bis dahin noch eingesetzt werden.

 

Außerdem hat das BVL noch zwei Notfallzulassungen für neue Mittel erteilt: Luxinum (Wirkstoff: Cinmethylin / Luximo) vom 01.09.2026 bis zum 29.12.2026 zur Bekämpfung von resistentem Ackerfuchsschwanz im Winterweizen und Fundatis (Wirkstoffe: Bixlozone + Beflubutamid) Vom 28.09.2026 bis zum 15.01.2027 zur Bekämpfung von Weidelgras-Arten und Acker-Fuchsschwanz in Wintergerste und Winterweizen. Bei beiden Mitteln sollten auf die oben genannten Maßnahmen und die ausreichende tiefe Saatgutablage geachtet werden, damit es nicht zu Schäden an der Kulturpflanze kommt. 

 

Praxistipps: Bitte die Auflagen der jeweiligen Mittel, wie zum Beispiel Abstände zu Oberflächengewässern beachten.

Folgende Pflichtmaßnahmen zum IPSplus sind zu beachten

  • Düsen mit Abdriftminderung von 90% und Randdüsen am Feldrand verwenden 

  • Spritzfenster im Schlag, außer bei schwer bekämpfbaren Unkräutern anlegen

Eine ausreichende Ackerfuchsschwanzbekämpfung kann nur in Kombination mit Pflanzenbaulichen Maßnahmen, wie beispielsweise ein falsches Saatbeet, Spätsaaten und einer weiten Fruchtfolge erreicht werden. 

Tags