Wintergetreide – Gerste sehr gesund - Weizen im Stress...

Wichtige Informationen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis vom 04.05.2026

 

„Die Wintergerste hat sich in den letzten zwei Wochen rasant entwickelt und befindet sich beim Grannenspitzen bis zum Beginn des Ährenschiebens schiebt bereits die Ähre (BBCH 49-51),“ so die agile Pflanzenschutzberaterin K. Simon aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis mit Blick in ihre Anbauregion.

 

Bis jetzt war die Gerste sehr gesund, so dass auf eine Behandlung verzichtet werden konnte. Jetzt ist es in der Region des Schwarzwald-Baar-Kreises wichtig auf die Ramularia-Blattfleckenkrankheit zu achten. Bei anfälligen Sorten zeigen sich schon erste Infektionen, die vor allem durch die strahlungsreiche Witterung hervorgerufen werden. Wird eine Bekämpfung notwendig, sollte bei der Mittelwahl auf eine ausreichende Ramularia-Wirkung geachtet werden. Mit dem Kontakt-Wirkstoff Folpet (zum Beispiel Folpan 500SC, Amistar Max) steht uns wieder ein wichtiger Resistenz-Baustein bei der Ramularia-Bekämpfung zur Verfügung.

Bitte beachten: Folpet nur in Tankmischungen mit einem anderen Mittel anwenden, welches den Wirkstoff Prothioconazol oder Mefentrifluconazol enthält.

Integrierter Pflanzenschutz auf Ackerflächen in Schutzgebieten (IPS plus) ist ein Spritzfenster zur Selbstkontrolle anzulegen. Außerdem sind Düsen mit Abdriftminderung von 90% und Randdüsen zu verwenden.

 

Der Winterweizen befindet sich im 3-Knotenstadium (BBCH 33). Einzelne Sorten zeigen dieses Jahr starke physiologische Blattflecken. Diese entstehen durch Stress für die Pflanze, wie zum Beispiel durch starke Sonneneinstrahlung, Trockenheit und starke Temperaturschwankungen. Zusätzlich könne auch Pollennekrosen auftreten. Hierbei reagiert die Pflanze auf den Pollenbelag auf den Blättern. Diese Art von Flecken ist nicht behandelbar. Kontrollieren Sie trotzdem regelmäßig ihre Bestände. Die Bekämpfungsschwelle für Septoria tritici liegt bei 30% befallenen Pflanzen, d.h. von 20 Pflanzen müssen 6 Pflanzen befallen sein. Die Entscheidungshilfe zu Septoria unter www.isip.de kann Sie dabei unterstützen. Wenn der Krankheitsdruck weiterhin so gering beleibt, kann mit der Fungizidmaßnahme noch abgewartet werden, bis sich das letzte Blatt entwickelt hat.

 

Praxistipps: Informationen zu Pflanzenschutzmitteln (Fungiziden) und Aufwandmengen finden Sie im Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ ab Seite 57. Bitte beachten Sie die Gewässerabstandsauflagen der einzelnen Pflanzenschutzmittel.

 

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