Wintergetreide – Jetzt auf auflaufende Ungräser und Unkräuter achten

Wichtige Informationen aus dem Enzkreis vom 09.10.2026

Die Wintergerste-Aussaat im Enzkreis befindet sich in den letzten Zügen. „Angesichts der angekündigten Niederschläge achten Sie in den nächsten Tagen besonders auf auflaufende Ungräser und Unkräuter,“ so richtungsweisende der Ratschlag der versierten, amtlichen Pflanzenschutzberater S. Nagel und F. Fuchs im Vorfeld ihrer kulturspezifischen Empfehlungen für den Dienstbezirk Enzkreis.Sollte der erwartete Niederschlag kommen, werden damit gute Bedingungen für die Ungras- und Unkrautkontrolle durch eine zielorientierte Behandlungsmaßnahme im Vorauflauf geschaffen. Je nach betrieblicher Ausstattung und Behandlungsstrategie sind die Bedingungen derzeit auch optimal für die mechanische Unkrautkontrolle oder für den Einsatz von Bodenherbizide. Achten Sie stets auf die Mischbarkeit verschiedener Pflanzenschutzmittel und deren Anwendungsbestimmungen. 

 

Bodenherbizide benötigen für die ideale Wirkung neben Bodenfeuchte auch ein feinkrümeliges und abgesetztes Saatbett. Ggf. kann es nötig sein, nach der Saat die Bestände zu walzen, um optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Herbizidmaßnahme zu schaffen und etwaigen „Spritzschatten“ durch Kluten zu minimieren. Zusätzlich sorgt der Walzgang für Bodenschluss, dies kann sich positiv auf den Feldaufgang auswirken. Es ist ratsam, die Ungräser und Unkräuter bereits im Auflaufen zu bekämpfen, warten sie daher nicht zu lange. Eine Auswahl geeigneter Pflanzenschutzmittel samt der zugehörigen Anwendungsbestimmungen finden Sie im Heft Integrierter Pflanzenschutz - Ackerbau und Grünland ab S. 48 oder unter nachfolgendem Link:

https://ltz.landwirtschaft-bw.de/site/pbs-bw-mlr-root/get/documents_E-511952580/MLR.LEL/PB5Documents/ltz_ka/Arbeitsfelder/Pflanzenbau/Sorten/Allgemein_DL/Pflanzenschutz_DL/Ackerbau%20und%20Gr%C3%BCnland%20%282026%29.pdf

 

An dieser Stelle soll darauf hingewiesen werden, dass der Wirkstoff Flufenacet in diesem Herbst letztmalig eingesetzt werden darf. Beachten Sie dies unbedingt bei der Planung Ihrer Behandlungsstrategie und achten Sie auf die geltenden Aufbrauchfristen für die entsprechenden Mittel.

Sofern die neuen per Notfallzulassung verfügbaren Wirkstoffe (Luxinum Wirkstoff: Luximo; und Fundatis Wirkstoff: Bixlozone + Beflubutamid) zur Bekämpfung von resistentem Ackerfuchsschwanz genutzt werden sollen, achten Sie unbedingt auf die Anwendungsbestimmungen und Anwendungsvoraussetzungen zur Vermeidung von Kulturschäden. Besonders bei der Anwendung des Pflanzenschutzmittels Fundatis ist es von großer Wichtigkeit, sich vor Einsatz mit den Anwendungsbestimmungen auseinanderzusetzen.

 

Beispielsweise umfassen diese Anwendungsbestimmungen: 

  • Vorgaben zur Ausbringungszeit und Tageshöchsttemperaturen 

  • Wasseraufwandmenge 

  • Einsatz verlustmindernder Düsentechnik 

  • Abstandsauflagen bei der Applikation in der Nähe von Ortschaften, Häusern und Kleingärten 

 

Dies sind nur Beispiele für die Anwendungsbestimmungen, detaillierte Informationen erhalten Sie über die nachfolgend eingefügten Links. Hierüber werden Sie zu den entsprechenden Dokumenten des BVL geführt.

Link zu Luximo

Link zu Fundatis

 

Angesichts der sich verschärfenden Resistenzentwicklungen und dem Rückgang verfügbarer Wirkstoffe, die zur Ungras- und Unkrautkontrolle eingesetzt werden können, ist es ratsam sich frühzeitig Gedanken über mögliche Behandlungsstrategien zu machen und nicht die komplette Verantwortung für eine erfolgreiche Herbizidstrategie der chemischen Unkrautkontrolle zuzuschreiben.

Praxistipps: Nutzen Sie die unterschiedlichsten vorbeugenden und integrierten Maßnahmen, die Ihnen zur Verfügung stehen. Angefangen beim falschen Saatbett und der Wahl eines späteren Saatzeitpunktes, um bereits auflaufende Problemungräser, vor allem Ackerfuchsschwanz, bereits vor der Aussaat mechanisch zu bekämpfen. Sofern die Bedingungen passen und Sie Zugang zu einem Striegel haben, kann es durchaus ratsam sein, die frisch aufgelaufenen Ungräser und Unkräuter nach der Saat mit dem Striegel zu entfernen, ehe die Kultur aufläuft.

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