Wintergetreide – Spätere Saat kann der Druck reduzieren
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Göppingen vom 25.09.2026
„Da erneut nicht viel an Niederschlag vorhergesagt wird, gilt es möglichst wassersparend die Saatbettbereitung durchzuführen, ohne die Saat zu überhasten,“ so der renommierte, amtliche Pflanzschutzberaters T. Kielmann, vom Landwirtschaftsamt in Göppingen mit Blick in sein Beratungsgebiet. „Durch eine spätere Saat kann der Druck an Ackerfuchsschwanzsamen deutlich reduziert und so das folgende Bodenherbizid spürbar entlastet werden.“ Auch im Kampf gegen Blattläuse und Zikaden als Überträger von Verzwergungsviren sowie auf den Pilzdruck kann eine spätere Saat enorm helfen. Unter Umständen kann dadurch aber natürlich das Saatfenster je nach Boden, Niederschlag usw. relativ eng werden.
Die „Scheinsaat“ ist grundsätzlich ein probates Mittel den Ackerfuchsschwanz und auch Trespen zum Auflaufen zu bringen. Natürlich wird dies mit den neuen Vorschriften zum Glyphosateinsatz leider deutlich erschwert. Hierzu wird 10 bis 14 Tage (oder auch länger) vor der eigentlichen geplanten Saat der Acker saatfertig hergerichtet. Anschließend läuft der Ackerfuchsschwanz auf und kann dann chemisch mit einem Glyphosat-Produkt bekämpft werden. Achten Sie dabei auf die Zulassung, nicht alle Mittel sind zur Anwendung vor der Saat zugelassen! Danach kann die richtige Saat möglichst ohne weitere (oder eine sehr flache) Bodenbearbeitung erfolgen. Anstatt der chemischen Bekämpfung, zum Beispiel im Wasserschutzgebiet (Glyphosat-Verbot) kann der Ackerfuchsschwanz nach der „Scheinsaat“ auch mechanisch bekämpft werden, allerdings werden dadurch weitere Samen zum Keimen angeregt und evtl. nicht alle aufgelaufenen Pflanzen erfasst. Mit der Scheinsaat können im Herbst auch Trespen bekämpft werden.
Praxistipps: Machen Sie sich bereits jetzt Gedanken zur nachfolgenden Herbizidbehandlung bzw. schauen Sie was Sie noch in Ihrem PSM-Lager haben und dieses Jahr noch sinnvoll und legal einsetzen können. Alle Mittel mit dem Wirkstoff Flufenacet dürfen nur noch dieses Jahr eingesetzt werden und sollten daher zum Ende aufgebraucht sein. Wer keinen Vorrat an Flufenacethaltigen Mitteln eingekauft hat bzw. wem es nicht ganz reicht, der kann, allerdings nur in Winterweizen, bereits Erfahrungen mit dem neuen Mittel Luxinum (Notallzulassung) sammeln. Wichtig dabei ist unter anderem, dass das Saatgut mit mindestens 3 cm Boden bedeckt sein muss und wir noch mindestens 3 Wochen Vegetation nach der Behandlung haben. Bei Bedarf Beratung anfordern.