Winterweizen – Fusariumbehandlung?
Wichtige Informationen aus dem Rems-Murr-Kreis vom 31.05.2026
Die Bestände sind nach wie vor von guter Gesundheit. „Insgesamt ist nur wenig Infektionsgeschehen zu beobachten,“ so die langjährig renommierte und agile Pflanzenschutzexpertin A. Bäuerle vom Landwirtschaftsamt Rems-Murr-Kreis mit der Ergänzung: „Die hohen Temperaturen treiben die Entwicklung voran - in Abhängigkeit vom Standort, der Sorte und dem Saatzeitpunkt befinden sich die Bestände zwischen dem Ährenschieben und der Blüte.“
Je nach Verwertungsrichtung wurde bereits behandelt, z.T. sind Bestände aber noch ohne Behandlung. Als nächstes stellt sich nun die Frage, ob eine Fusariumbehandlung und/oder eine Absicherungsmaßnahme gegen Braunrost durchgeführt wird.
Für die Notwendigkeit einer Fusariumbehandlung ist die Witterung der entscheidende Faktor. Anhaltende Feuchtigkeit bzw. eine wechselfeuchte Witterung in Verbindung mit Temperaturen >16-18°C bieten den Pilzen einen guten Nährboden. Eine Fusarium-Behandlung ist dann in Erwägung zu ziehen, wenn Mais oder Getreide Vorfrucht war oder aufgrund pflugloser Bodenbearbeitung organische Substanz auf der Bodenoberfläche verblieben ist, da der Pilz an Ernteresten überdauert.
Optimal ist es, wenn die Applikation in der Vollblüte erfolgt. Beachten Sie dabei, dass Getreide sehr unscheinbar blüht, oft wird zu spät appliziert, sprich, wenn die Staubbeutel weiß werden und bereits vielfach heraushängen. Der richtige Zeitpunkt ist erreicht, wenn erste, grünliche Staubbeutel im Bestand zu sehen sind. Dann kann davon ausgegangen werden, dass die übrigen Ähren in der Blüte stehen. Bei sehr hohen Temperaturen kann der Weizen auch bereits beim Ährenschieben blühen und die Blüte rasch ablaufen.
Praxistipps: Die Behandlung muss infektionsnah, d.h. 2 Tage vor oder nach einem Regenereignis erfolgen. Die Mittel haben nur eine begrenzte Wirkungsdauer. Mögliche Wirkstoffe sind Prothioconazol, Metconazol oder Tebuconazol. Mögliche Mittel können dem aktuellen IP-Heft „Integrierter Pflanzen-schutz 2026 – Ackerbau und Grünland“ auf S.58/61 entnommen werden. Achtung: Die hohen Tagestemperaturen und die nächtliche Taubildung sind förderlich für Entwicklung von Braunrost. Mit den gängigen Fungiziden zur Abschlussbehandlung wird der Braunrost aber gut miterfasst.