Kartoffeln – Käfer, Krautfäule und Düsen
Wichtige Informationen des Kreislandwirtschaftsamts am LRA Reutlingen vom 18.06.2026
Die Münsinger Pflanzenschutzexperten P. Schmelcher und C. Schrade informieren die Kartoffelanbauer in ihrem Beratungsgebiet der Region Neckar-Alb über die derzeit wichtigsten, kulturspezifischen Geschehnisse. So könnte es aus Sicht der Münsinger Experten „Aufgrund der Niederschläge der letzten Woche und der nun einsetzenden wärmeren Lufttemperaturen nun zu Krautfäuleinfektionen kommen.“
Kartoffelkäfer - Die ersten Kartoffelkäfer sind nun aufgetreten. Schauen Sie in Ihre Bestände, ob eine Bekämpfung erforderlich ist. Keine vorbeugende Bekämpfung durchführen! Wichtig ist eine Bekämpfung im frühen Larvenstadium. Es sollte mit 600 l/ha Wasser gefahren werden, um eine gute Benetzung der Blätter zu erreichen. Gegen Pyrethroide wie z.B. Karate Zeon, Lambda WG etc. bestehen oftmals Resistenzen.
Möglich sind:
60 ml/ha Coragen/Voliam/Sehenzi 200 SC (max. 2 Anwendungen; 14 Tage Abstand zwischen den Anwendungen) oder
60 ml/ha Cosayr (max. 2 Anwendungen; 7 Tage Abstand zwischen den Anwendungen) oder
125 ml/ha Carnadine 200 (max. 1 Anwendung) oder
125 g/ha Mospilan SG/Danjiri (max. 2 Anwendungen; 14 Tage Abstand zwischen den Anwendungen; in Kombination mit Revus Top, Belanty und Narita XL ändert sich die Einstufung der Bienengefährlichkeit in „B1“ sehr bienengefährlich!) oder
2,5 l/ha Neem Azal TS (max. 2 Anwendungen; 7 Tage Abstand zwischen den Anwendungen). Neem Azal ist auch im Biobereich zugelassen. Die Mittelkosten je ha sind sehr hoch. Keine Anwendung bei Temperaturen über 20 C°. Eine Anwendung sollte in den Morgen- oder Abendstunden erfolgen, am besten bei bedecktem Himmel, auf keinem Fall bei prallem Sonnenschein! Die Anwendung muss früh bei Auftreten der ersten Larven erfolgen, weiter entwickelte Larven werden nur unzureichend bekämpft.
Kartoffel-Krautfäule - Ob und wann eine Behandlung auf Ihren Schlägen notwendig wird, können Sie auf www.isip.de nachschauen. Legen Sie hierzu Kartoffelschläge in ISIP an. Das Programm berechnet anhand der Daten der nächsten Wetterstation, ab wann rechnerisch eine Krautfäulebehandlung erforderlich ist. Schauen Sie jedoch immer auch Ihre Bestände an, ob ein Auftreten von Krautfäule oder Alternaria zu sehen ist.
Wenn eine Behandlung notwendig sein sollte, müssen für die Ausbringung der Fungizide die Kartoffelbestände soweit abgetrocknet sein. Im Kreisgebiet werden hauptsächlich kleine Kartoffelschläge angelegt, daher erfolgen nur Empfehlungen für Gebinde mit kleineren Packungsgrößen.
Möglich sind:
0,25 l/ha Zorvec Entecta (max. 3 Anwendungen, als 1 l-Pack erhältlich) oder
0,6 l/ha Revus Top (max. 3 Anwendungen, als 1-Liter Pack erhältlich, kann auch zur Alternariabekämpfung eingesetzt werden) oder
0,5 l/ha Ranman Top (max. 6 Anwendungen, als 1-Liter Pack erhältlich
Beachten Sie, dass eine Kombination zur Krautfäule- bzw. Alternariabekämpfung mit den Mitteln Revus Top, Belanty und Narita XL mit Mospilan, Danjiri und Carnadine 200 zu einer Änderung der Einstufung der Bienengefährlichkeit hin zu B1 führt!
Abdriftmindernde Düsen - In IPS-Plus-Gebieten ist der Einsatz von Düsen vorgeschrieben, die bei einem Druck von mindestens 2 Bar eine Abdriftminderung von 90% und höher erreichen. Tauschen Sie gegebenenfalls Ihre Düsen durch geeignete aus. Beachten Sie zudem, dass der Maximalabstand des Gestänges zur Zielfläche nicht größer als 50 cm betragen darf.