Mais – Maisstoppel mulchen/Maisbeulenbrand

Wichtige Informationen aus dem Rems-Murr-Kreis vom 28.08.2026

 

„Aufgrund der Trockenheit räumt der Silomais die Flächen dieses Jahr deutlich früher und die Ernte ist bereits weit fortgeschritten,“ so die versierte Pflanzenschutzexpertin A. Bäuerle vom Landwirtschaftsamt Rems-Murr-Kreis in Backnang mit Blick in ihr Beratungsgebiet und der Ergänzung: „Die Erträge sind wie erwartet wenig zufriedenstellend.“

 

Maiszünsler - Die Maiszünslerraupe befindet sich derzeit auf ihrem Weg durch den Maisstängel nach unten Dort überwintert sie als Puppe im unteren Stängelteil. Um den Entwicklungszyklus zu unterbrechen und den Befallsdruck im nächsten Jahr zu reduzieren, ist es von wichtig, die Maisstoppel inkl. Kronenwurzel zu zerfasern. Dadurch wird die Zünslerpuppe zerstört bzw. den Witterungseinflüssen ausgesetzt. Hierfür eignet sich vor allem der Mulcher, aber auch alle anderen Geräte, die in der Lage sind, die Maisstoppel aufzuspleißen bzw. zu zerkleinern. Neben der Reduzierung des Maiszünslerbefalls wird damit auch der Fusariumdruck verringert. Wenn man über die Lande fährt, sieht man, dass dies auf den abgeernteten Flächen bereits vielfach erledigt wurde. 

Praxistipps: Dort wo es möglich ist, sollte anschließend zumindest eine flache Einarbeitung der Maisstrohreste erfolgen, um ihre rasche Zersetzung zu fördern. Optimal ist das tiefe Einpflügen. GAP-Konditionalitäts-, WSG- und andere Vorgaben sind dabei aber vorrangig zu beachten. Bitte beachten Sie auch, dass die Maiszünslerbekämpfung eine Pflichtmaßnahme ist (A 4.1 Mechanische Regulierung des Maiszünslers, Fusarium, …) im Rahmen von IPSplus in Schutzgebieten (Landschaftsschutzgebiet, …) und dokumentiert werden muss.

 

Maisbeulenbrand - Dieses Jahr sieht man auffällig viel Maisbeulenbrand (Ustilago maydis) in den Beständen. Der Trockenstress hat die Maispflanzen geschwächt und damit den idealen Nährboden für diesen pilzlichen Erreger geschaffen. Solange teilungsfähiges Gewebe (Wachstumsphase) vorhanden ist, kann der Pilz alle Organe besiedeln und Brandbeulen ausbilden. Die Beulen sind anfangs von einer silbrig-glänzenden Haut umgeben. In ihrem Inneren befindet sich die schwarzbraune Sporenmasse. Diese sogenannten Teliosporen können 6-10 Jahre im Boden überdauern. Sie keimen im Frühjahr aus und der Infektionskreislauf beginnt von neuen. Die Pilzsporen werden über Wasserspritzer/Wind vom Boden in die Blatttüten transportiert. Eine direkte Bekämpfung des Pilzes ist nicht möglich. Vorbeugend kann auf eine frühe und gute Jugendentwicklung geachtete werden und die Sortenwahl hinsichtlich einer geringen Anfälligkeit getroffen werden. Zudem sind Maiszünsler- und Fritfliegenbefall zu reduzieren. 

Praxistipps: Der Pilz bzw. die Sporenmasse an sich ist nicht giftig. In einzelnen Ländern wird er sogar als Delikatesse geschätzt! Ein Starkbefall kostet jedoch Energie und/oder Stärke, kann Sekundärinfektionen fördern und damit Einfluss auf die aerobe Stabilität der Silagen und die Futteraufnahme nehmen.

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