Mais - Überwachung des Maiszünslers hat begonnen
Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 10.06.2026
Die Bekämpfung des Maiszünslers mit Trichogramma-Schlupfwespen ist die Erfolgsgeschichte des biologischen Pflanzenschutzes im Ackerbau. Häufig sind biologische Verfahren gegen Schaderreger nicht effektiv genug, zu arbeitsintensiv, zu teuer oder – leider in den meisten Fällen – nicht existent. Zur Bekämpfung des Maiszünslers haben die Trichogramma-Schlupfwespen jedoch einen ausreichend hohen Wirkungsgrad – zumindest, wenn ergänzend auch Maisstoppel gemulcht und eingearbeitet werden. Dank der FAKT-Förderung können die Trichogramma-Schlupfwespen auch zu bezahlbaren Kosten erworben und ausgebracht werden.
Zurück zum Schädling: Bei Maiszünsler verursachen nicht die erwachsenen Falter den Schaden in Mais, sondern die Larven. Durch ihre Bohrgänge im Maisstängel sowie in den Kolben, können sie zu abgeknickten Fahnen oder ganzen Maisstängeln (insbesondere bei stärkerem Befall und Gewittern) führen und auch Eintrittspforten für Pilzkrankheiten insbesondere Fusarium, schaffen, wodurch wiederum die Futterqualität beeinträchtigt wird.
Damit die biologische Kontrolle des Maiszünsler ausreichend ist und dauerhaft auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden kann, müssen beide Bausteine beachtet werden. Einerseits sollten die Maisstoppeln im Herbst nach der Ernte bodennah gemulcht und anschließend eingearbeitet werden. Hierbei liefert tiefes Unterpflügen eindeutig bessere Ergebnisse als Grubber, Scheibenegge und Co. So kann der Aufbau von größeren Populationen recht zuverlässig verhindert werden. Als zweiter Baustein sollen bei Flug des Maiszünslers Trichogramma-Schlupfwespen ausbrecht werden. Diese Schlupfwespen legen ihre Eier in die Eier der Maiszünsler. Die Larven der Schlupfwespen fressen dann die Eier des Maiszünslers aus, so dass sich keine Maiszünslerlarven bilden können. Damit dieses biologische System funktioniert, müssen die Trichogramma-Schlupfwespen im richtigen Zeitraum zweimal im Abstand von 14 Tagen ausgebracht werden. Bei einer zu frühen Ausbringung sind noch keine Eier der Maiszünsler vorhanden, bei einer zu späten Ausbringung haben sich schon Larven in den Maiszünslereiern entwickelt und die Trichogramma-Schlupfwespen können diesen nicht mehr schaden.
Um den Zeitpunkt der Ausbringung optimal festzulegen, wird in Baden-Württemberg der Flug des Maiszünslers hat in Baden-Württemberg amtlich überwacht. Dazu werden überwiegend Lichtfallen aufgestellt, teilweise auch mit Pheromonfallen, und regelmäßig überwacht. Sobald vermehrt weibliche Maiszünsler gefangen werden, sollten die Trichogramma-Schlupfwespen ausbracht werden. Die Fallenfänge werden unter https://www.isip.de/isip/servlet/isip-de/entscheidungshilfen/mais/maiszuensler-prognose → Reiter „Befallserhebung“ veröffentlicht. Die Termine für die Ausbringung der Trichogramma-Schlupfwespen zur biologischen Maiszünslerbekämpfung unterscheiden sich nach Region und Höhenlage werden rechtzeitig bekannt gemacht. Meist ist ca. eine Woche vor Ernte der Wintergerste der richtige Zeitpunkt zur Ausbringung der Trichogramma-Schupfwespen.