Mais – Wann ernten?
Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 11.08.2026
„Die Abreife des Mais ist trockenheitsbedingt weiter fortgeschritten,“ so der renommierte Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender vom Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim mit dem Rat: „Kontrollieren Sie dazu ihre Bestände auf den „schwachen Standorten“ im Feldinnern, nicht nur am Rand,“ und der Ergänzung: „Wenn Sie den Stängel verdrehen und auswringen, können Sie einen eindeutigen Eindruck vom Restfeuchtegehalt erhalten.“ „Tritt dabei keine Feuchtigkeit mehr aus und sind mehr als 50 % der Blattfläche hitzegeschädigt ist mit keiner nennenswerten Assimilationstätigkeit mehr zu rechnen.“
Hat die Maissilage mehr als 25% TS wird die Verdichtung problematisch. Maispflanzen mit nur geringem Kolbenanteil bringen meist einen höheren Zuckeranteil mit, da die Umwandlung in Stärke nicht stattgefunden hat. Solange Sie im Stängel noch Feuchtigkeit spüren und ausreichend grüne Blätter an den Pflanzen sind, findet noch ein Nährstofftransport statt. Zuwächse in Qualität und Ertrag sind noch möglich. Selbst 3-5 Liter Regen in der Woche kann der Mais umsetzen und der TS-Gehalt geht wieder um einige Prozent nach unten. Bei anhaltend heißer und trockener Witterung kann die Austrocknung der Bestände jedoch sehr rasant verlaufen. Trockensubstanzzunahmen von 1-2% pro Tag sind durchaus möglich. Bei guter Kolbenausbildung kann das Problem auftreten, dass die TS-Gehalte der Restpflanze schon relativ hoch sind, die der Kolben für die Siloreife allerdings zu gering (Kolben mindestens 55% TS). Die Bestände sollten geerntet werden, bevor der TS-Gehalt der Restpflanze über 35% ansteigt. Kontrollieren Sie die Maisbestände regelmäßig und sprechen Sie mit ihrem Lohnunternehmer!
Praxistipps: Als Körnermais geplante Flächen sollten Rinderhaltenden Betrieben angeboten werden. Bei häckseln sollten die noch etwas feuchteren Partien oben auf der Miete einsiliert werden. Auch der Einsatz von Silierhilfsmitteln bringt Vorteile um möglichst vor Nacherwärmung zu schützen. Häckseln bei kühleren morgendlichen Temperaturen kann vorteilhaft sein. Auch eine absätzige Ernte, je nach Zustand und Restfeuchte wird notwendig werden.