Sojabohne – Unkrautbesatz kontrollieren

Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 23.04.2026

 

Sojabohnen haben eine sehr langsame Jugendentwicklung und besitzen in dieser Phase praktisch keine Konkurrenzleistung gegenüber Unkräutern. Während dieser Zeit können sich Unkräuter und Ungräser ungestört entwickeln und die kleinen Sojapflanzen im wahrsten Sinn des Wortes „überwachsen“. Der Erfolg von und die Möglichkeit zu mechanischen Verfahren (Striegel, Hacke) hängen stark von dem Zustand Boden ab. Während bei längeren trockenen Phasen gute Ergebnisse mechanischer Verfahren zu erwarten sind, sind insbesondere bei schweren Böden unter dauerhaft feuchten Bedingungen kaum befriedigende Ergebnisse zu erwarten. Aber auch die chemischen Möglichkeiten sind beschränkt. 

In jedem Fall sind ggf. vorhandene Altverunkrautungen unbedingt vor der Saat z.B. mechanisch zu beseitigen. Stärker verunkrautete Flächen sind für den Sojaanbau ungeeignet. In Sojabohne sichert eine erfolgreiche Unkrautkontrolle durchschnittlich 20 bis 30% Ertrag ab, ein Misserfolg kann bis zum Totalausfall der Ernte führen. 

Mechanisch kann zur Unkrautregulierung in der Reihe zwei bis drei Tage nach der Saat gestriegelt werden. Sojakeimlinge sollten beim Striegeln noch mindestens drei Zentimeter unter der Bodenoberfläche sein. Vorteilhaft ist daher eine ausreichende Saattiefe (4-5 cm). Zusätzlich sollten in der Regel zwei bis drei Hackdurchgänge innerhalb der ersten 4-6 Wochen nach der Saat erfolgen. Beim Hacken ist leichtes Häufeln möglich.

Bei der chemischen Regulierung ist das Vorauflaufverfahren der Hauptanwendungsbereich für eine breit wirksame Unkrautkontrolle. Im Nachauflauf können nur noch Ungräser und manche Unkräuter angemessen bekämpft werden. Um das Wirkungspotential und die Kulturverträglichkeit der Bodenherbizide im Vorauflaufverfahren zu unterstützen, ist eine feinkrümelige Saatbettbereitung und exakte Sätechnik von besonderer Bedeutung. Allerdings können fast alle Sojaherbizide an der Kultur Schäden verursachen (vor allem bei Nässe). Meist verwachsen diese jedoch wieder. 

Praxistipps: Hinweise und Empfehlungen zur chemischen Kontrolle finden Sie in der Broschüre „Integrierter Pflanzenschutz 2026“ in Tab. 28 auf den Seiten 66 und 67.