Winterraps - Auf Rapsglanzkäfer achten
Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 27.03.2026
Bei steigenden Temperaturen und idealerweise sonnigem Wetter verlassen die Rapsglanzkäfer im Frühjahr ihre Winterquartiere im Boden und fliegen in Rapsfelder. Sind die Blüten noch geschlossen, fressen die Käfer die Knospen an und beschädigen dabei den Fruchtknoten, um an ihre Nahrung, den Rapspollen, zu gelangen. Kleine Knospen werden dabei total zerstört. Grundsätzlich ist daher der Befall umso gefährlicher je früher er erfolgt, sobald die Blüten offen sind, geht das Schadpotential deutlich zurück, da die Käfer dann direkt an den Pollen kommen. Die Gefahr von Ertragsverlusten sinkt dadurch schnell. Spritzungen sind dann in der Regel nicht mehr erforderlich.
Während der Knospenbildung sollten die Bestände idealerweise alle 2 Tage kontrolliert werden. Bekämpfungsmaßnahmen sind nur durchzuführen, wenn der Bekämpfungsrichtwert (zählen am Haupttrieb oder abklopfen in Schale an 5 Stellen im Feld an mindestens 5 Pflanzen) überschritten wird:
Mitte Knospenbildung bis Beginn der Blüte | Schwacher Bestand | Wüchsiger Bestand |
5 Käfer/Haupttrieb | 10 Käfer/Haupttrieb |
Wüchsige Rapsbestände können sehr viel kompensieren. Behandlungen unterhalb der Bekämpfungsrichtwerte entsprechen nicht der guten fachlichen Praxis. Grundsätzlich birgt jede Insektizidanwendung das Risiko einer Selektion auf resistente Schädlinge. Daher ist es zusätzlich zu Umweltgesichtspunkten auch aus Gründen des Pflanzenschutzes geboten, dass Behandlung nur dann durchgeführt werden, wenn es fachlich geboten ist.
Praxistipps: Insektizide aus der Gruppe der Pyrethroide Klasse II (z.B. Decis forte, Karate Zeon) haben in der Regel keine ausreichende Wirkung mehr gegen Rapsglanzkäfer. Hingegen können Pyrethroide der Klasse I (Trebon 30 EC, Mavrik Vita, Evure) von den Rapsglanzkäfern aufgrund eines etwas veränderten Aufbaus des Wirkmoleküls nicht so leicht entgiftet werden und haben bisher noch eine sehr gute Kontaktwirkung. Ideal ist eine Anwendung am Mittag, wenn die Käfer aktiv sind. Zusätzlich sollte das Tropfenspektrum eher klein sein und wenig Wasser verwendet werden (200 l/ha Wasser genügen), damit genügend Wirkstoff in den Spritztropfen ist, um die Käfer zuverlässig abzutöten. Während Mavrik Vita, Evure als nicht bienengefährlich eingestuft sind, hat Trebon 30 EC eine B2-Auflage (Auflage NB6621) und darf nur dann zum optimalen Anwendungszeitpunkt (mittags, bei hoher Aktivität der Käfer) eingesetzt werden, wenn es keine blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen im Bestand gibt. Bei blühenden Unkräutern muss die Behandlung mit Trebon 30 EC nach Ende des täglichen Bienenflugs bis 23 Uhr erfolgen.
Zusätzlich stehenden noch die systemisch wirkenden und nicht bienengefährlichen B4-Mittel Mospilan SG bzw. Danjiri zur Verfügung. Sie dürfen vom Kulturstadium BBCH 51 „Blütenanlagen des Hauptsprosses in mitten der obersten Blätter von oben sichtbar“ bis zum Stadium BBCH 59 „Erste Blütenblätter sichtbar; Blüten noch geschlossen“ gegen Rapsglanzkäfer angewendet werden. Ein späterer Einsatz kann zur Überschreitung des Rückstandshöchstgehalts von Acetamiprid in Honig führen! Tankmischungen von Mospilan SG bzw. Danjiri mit Azolfungiziden sind bienengefährlich. Zudem ist zu beachten, dass Mospilan SG und Danjiri nicht in Kombination mit Netzmitteln ausgebracht werden dürfen (Auflage VV553).