Winterraps - Auf Stängelschädlinge und Rapsglanzkäfer achten
Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 13.03.2026
Die Gelbschalen sollten insbesondere in den kühleren Gebieten weiterhin kontrolliert werden. Der Zuflug war in diesem Jahr in Baden-Württemberg je nach Region unterschiedlich, gebietsweise auch sehr hoch (teilweise mehrere hundert Gefleckte Kohltriebrüssler).
Behandlungen werden nach Überschreiten der Bekämpfungsrichtwerte für die Stängelschädlinge erforderlich. Der Bekämpfungsrichtwert liegt beim Großen Rapsstängelrüssler bei 5 Käfern pro Gelbschale innerhalb drei von Tagen und beim Gefleckten Kohltriebrüssler bei 15 Käfern pro Gelbschale innerhalb von drei Tagen. Wenn auch schon Rapsglanzkäfer in den Schalen zu finden sind, sollte bevorzugt Trebon 30 EC zum Einsatz kommen.
Mit der ansteigenden Temperatur wachsen die Rapspflanzen in die Länge. Wenn sie Knospen ausbilden, müssen die Bestände auf Rapsglanzkäfer kontrolliert werden. Eine Bekämpfung wird nur notwendig, wenn in wüchsigen Beständen in der Mitte der Knospenbildung am Feldrand mehr als 10 Käfer pro Haupttrieb nach Abklopfen in einer Schale gezählt werden. In schwachen Beständen ist der Bekämpfungsrichtwert bei 5 Käfern/Haupttrieb erreicht.
Zur Bekämpfung eines Starkbefalls stehen die nicht bienengefährlichen B4- Kontaktmittel Trebon 30 EC, Mavrik bzw. Evure und die systemisch wirkenden Mittel Mospilan SG bzw. Danjiri zur Verfügung. Bei den Kontaktmitteln sollte für eine optimale Wirkung vorzugweise bei eher warmer Witterung und hoher Aktivität der Schadinsekten mit Doppelflachstrahldüsen behandelt werden, um eine gute Benetzung der Zielfläche zu erhalten. Wassermenge eher im niedrigen Bereich halten (um Verdünnungseffekte zu vermeiden) und bei Bedarf (z. B. in IPSplus-Gebieten, wo abdriftmindernde Technik eingesetzt werden muss) ein Netzmittel dazugeben werden. Die Anwendung von Mospilan SG bzw. Danjiri ist einfacher, da man hier eine systemische Wirkung hat und die Schädlinge nicht „treffen“ muss, sondern sie indirekt über ihre Fraßaktivität an der Pflanze bekommt. Mospilan SG bzw. Danjiri dürfen nur angewendet werden bis zum Stadium BBCH 59 „Erste Blütenblätter sichtbar; Blüten noch geschlossen“. Dadurch wird auch ein Überschreiten des Rückstandshöchstgehalts von Acetamiprid in Honig verhindert. Tankmischungen von Mospilan SG bzw. Danjiri mit Azolfungiziden sind bienengefährlich! Zudem ist zu beachten, dass Mospilan SG und Danjiri nicht in Kombination mit Netzmitteln ausgebracht werden dürfen (Auflage VV553).
Praxistipp: Mit der Zunahme der Anzahl geöffneter Rapsblüten gehen die Schäden durch den Rapsglanzkäfer massiv zurück. Spritzungen sind dann nicht mehr erforderlich.