Winterraps – Ausfallgetreide steht in direkter Konkurrenz
Wichtige Informationen des LRA Tübingen vom 25.08.2026
„Die meisten Flächen sind eingesät und der Raps ist überwiegend schnell und gleichmäßig aufgelaufen,“ so der langjährig versierte, amtliche, Beraters und Pflanzenschutzexperte A. Lohrer mit Blick in seinen Beratungslandkreis Tübingen und den wichtigen Ergänzungen: „Leider trifft dies auch für das Ausfallgetreide zu, bei zu hoher Konkurrenz können diese Pflanzen den Raps entweder im Jugendstadium unterdrücken oder später zu einem starken Längenwachstum und in der Folge reduzierter Winterhärte führen.“ „Aktuell sind die Pflanzen eine große Konkurrenz um das knappe Wasser in den Böden.“
Unkraut- Ungrasbekämpfung - Gegen Ausfallgetreide kann aus der großen Palette der „Fop“-Wirkstoffe gewählt werden, z.B. Agil S 1,0 Liter/ha, Fusilade Max 1,0 Liter/ha, Targa Super 1,2 Liter/ha. Bis ca. 2- Blatt-Stadium kann die Aufwandmenge gegen Ausfallgetreide auch um ca. 20-30% reduziert werden.
Aber auch der erste Ackerfuchsschwanz findet sich nun auf den Flächen ein. Bei starkem Besatz oder schon größeren Pflanzen sollte mit einer Bekämpfungsmaßnahme nicht bis zum Kerb flo-Einsatz gewartet werden, da dann evtl. zu wenig Wirkstoff aufgenommen wird und die Wirkung ausbleibt. Da Ackerfuchsschwanz meist schon schwerer bekämpfbar ist sollten die hier meist noch besser wirkenden „Dim“-Wirkstoffe Cycloxydim (z.B. 2,5 Liter/ha Focus Ultra + 1,0 Liter/ha Dash) oder Clethodim (z.B. 0,5 Liter/ha Select 240 EC + 1,0 Liter/ha Radiamix, 0,5 Liter/ha VextaDim + 0,5 Liter/ha Vexzone) eingesetzt werden. Für gute Bekämpfungswirkung sollte sich der Ackerfuchsschwanz zwischen Ein- und maximal 3-Blatt-Stadium befinden.
Schnecken - Auch wenn die Witterung nicht förderlich ist für Schnecken, prüfen Sie ihre Flächen weiterhin auf Befall, vereinzelt gibt es schon kleinräumige Schäden. Dokumentieren Sie die Überschreitung der Bekämpfungsrichtwerte (1 Schnecke je Kontrollstelle) und die zugehörige Ausbringung von Schneckenkorn auch außerhalb der IPS+ Gebiete (FFH-, Vogelschutz- und Landschaftsschutzgebiete, etc.)
Erdfloh - Derzeit problematischer kann der Erdfloh sein. Besonders in der Nähe von Hecken, Gräben und Altrapsflächen findet sich der charakteristische Lochfraß auf den jungen Rapspflanzen. Vereinzelt kam es schon zu Totalausfällen von kleinen Pflanzen mit notwendiger Nachsaat, z.B. im Vorgewendebereich nach Bearbeitung von Altraps auf dem Nachbarschlag da dann eine große Menge Erdflöhe aus der Fläche getrieben wurde. In solchen Fällen muss dann schnell gehandelt werden. Zur Abschätzung der Bekämpfungsnotwendigkeit hilft folgende Grafik
Praxistipps: Ab 10% geschädigter Blattfläche ist eine Bekämpfung mit einem Pyrethroid sinnvoll, z.B. 75ml/ha Karate Zeon, 75 ml/ha Decis forte, 250ml/ha Sumicidin Alpha EC.
Ebenfalls sollten Gelbschalen auf den Flächen aufgestellt, bzw. eingegraben werden. Der Erdfloh wird nicht von der gelben Farbe angelockt, sondern hüpft zufällig in die Schale. Erst ab 50 gefangenen Erdflöhen innerhalb von 3 Wochen ist eine Maßnahme gegen die adulten Erdflöhe sinnvoll um die Eiablage zu verhindern.