Winterraps – Behandlung in den Abendstunden
Wichtige Informationen aus dem Main-Tauber-Kreis vom 24.04.2026
„Weiter gleichbleibendes ruhiges Frühjahrswetter ohne Regen im Wetterbericht. In den Nächten nicht mehr ganz so kalt und ohne Frostgefahr,“ so das Resümee des renommierten Pflanzenschutzexperte und versierte Berater T. Bender am Landwirtschaftsamt Bad Mergentheim „Viele Bestände sind in der Hauptblüte und damit steht die Frage nach der Blütenbehandlung an.“ In der Folge nun die regional gültigen, kulturspezifischen Empfehlungen des Taubertäler Experten.
Für eine Blütenbehandlung spricht:
Bei einer Infektion mit Sklerotinia (Weißstängeligkeit) drohen hohe Ertragsverluste.
3 -jährige Rapsfolge
Sicherheitsgefühl, den auf dem Feld stehenden guten Ertrag „abzusichern“. Raps ist heuer die Kultur mit einem positiven DB.
Die teils im Bestand zu findenden Schotenschädlinge können mit einer Insektizidzugabe miterfasst werden.
Gegen eine Rapsblütenbehandlung spricht:
Die trocken warme bisherige Witterung und der weitere Wetterbericht für weiteres Hochdruckwetter über den gesamten Blühzeitraum lassen eine Infektion äußerst unwahrscheinlich werden.
Starke Durchfahrtsverluste bei schmalen Spritzenbreiten und heurigen starken Pflanzenstängeln, brüchigen Bestände.
Bienenstand am Feldrand.
Unser Fazit - Die Wetterlage spricht aktuell nicht für Infektionen!
Bestände mit mehr als 40 dt/ha Ertragserwartung, 3-jähriger Rapsfolge und ausgeprägtem Sicherheitsgefühl des Landwirts können behandelt werden.
Schwächere Bestände, flache Böden, unförmige Flächen benötigen keine Behandlung. Da Raps sehr gut über das Tausendkorngewicht kompensieren kann, sind Regenfälle in die Kornfüllung der entscheidende Faktor.
Die Behandlung des Kohlschotenrüssler und der folgenden Kohlschotenmücke macht sich ertraglich nur bei Starkbefall bemerkbar.
Praxistipp: Wir raten dringend - auch wenn keine Insektizide ausgebracht werden - aus Gründen des Bienenschutz zur Behandlung in den Abendstunden nach dem Ende des täglichen Bienenflug.