Winterraps - Bestände weiterhin beobachten!

Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 04.11.2026

 

Das junge und agile Beratungstriumphirat M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg informiert in ihrem Beratungsgebiet heute über den Stand der Entwicklung in den Winterrapsbeständen.

 

Tierische Schädlinge - Der Hauptzuflug des Rapserdflohs war hier in der Region zumeist vor ca. 4-5 Wochen. Aktuell sind in den von uns betreuten Gelbschalen nur noch wenige Käfer zu finden. In vielen Fällen sind Insektizid-Maßnahmen getätigt worden. Trotzdem kann es sein, dass Ihnen einige Erdflöhe „durchgegangen“ sind. Bedingt durch den Entwicklungszyklus und die warmen Temperaturen der letzten Wochen ist nun theoretisch die Ei-Ablage und der Larvenschlupf schon erfolgt. Kontrollieren Sie nun Ihre Bestände in dem Sie verteilt übers Feld einzelne Rapspflanzen herausziehen, diese an den Blattstielen beginnend bis zur Wurzel runter aufschneiden und genau betrachten, ob schon Einstichstellen, Aufplatzungen oder Vernarbungen sichtbar sind. Eventuell finden Sie bereits kleine Larven, die sich in die Blattstiele knapp über dem Wurzelhals eingebohrt haben. Beachten Sie bitte vor der Durchführung der Pflanzenschutzmaßnahme den amtlichen Bekämpfungsrichtwert von 3 bis 5 Larven pro Pflanze!

Als Produkt bei Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes steht regulär Carnadine mit 200 ml/ha zur Verfügung. Dieses Produkt zeigt aber nur im ganz frühen Larvenstadium eine Wirkung und ist nicht zu bevorzugen. Die beiden als Notfallzulassung vorhandenen Produkte Minecto Gold und Exirel mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole sind durch ihre translaminare Wirkung weitaus besser zur Larvenbekämpfung im aktuellen Stadium geeignet. Er dringt über die behandelte Blattoberfläche ins Gewebe ein. Trotzdem ist eine sehr gute Benetzung notwendig. Bei der Anwendung muss möglichst viel Wirkstoff an die Blattstiele, Sprossbasis und Wurzelhals gelangt. Dies kann in üppigen Beständen zur Herausforderung werden. In sehr üppigen Beständen kann leichter Frost von Vorteil sein, wenn sich die Rapsblätter legen. Bedingt durch die lange Zeitdauer des Larvenschlupf sollte die Anwendung möglichst nach hinten geschoben werden, um auch später schlüpfende Larven zu erwischen. Zugleich sollte die Maßnahme nicht zu lange geschoben werden, bevor die Larven sich nach unten in Richtung Vegetationskegel vorfressen und dort Schaden verursachen.

Praxistipp: Solange noch kein Frost vorhergesagt ist, und noch keine großen Larvenstadien gesichtet werden, kann die Maßnahme bei Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes noch geschoben werden.

 

Wachstum vom Raps verlangsamt sich - Bedingt durch die bislang immer noch milden Tagestemperaturen sind die Rapsblätter trotz getätigter Wachstumsreglermaßnahmen recht üppig entwickelt. Lassen Sie sich davon aber nicht täuschen und betrachten nach dem Aufschneiden der Pflanzen und der Suche nach Larven noch zeitgleich den Vegetationskegel und in der Wurzel die Borversorgung. Die Wettervorhersage verspricht in den kommenden Tagen kühlere Temperaturen, aber noch kein Nachtfrost. Die Vegetation wird sich dem Ende entgegen neigen. Wenn noch eine späte Insektizidmaßnahme gegen Rapserdfloh-Larven getätigt werden muss, kann hier noch gut ein Mikronährstoff-Dünger mit Bor, Mangan, etc… kombiniert werden, um den Raps winterfester zu machen. Der Gang in den Rapsbestand lohnt sich auf jeden Fall!
Praxistipps: Betrachten Sie Ihre Rapsbestände jetzt auch noch auf den Unkraut-/Ungrasbesatz. Haben die bisher gesetzten Maßnahmen gewirkt, oder müssen Sie noch nachlegen? Besonders wenn der Raps auf einem Ackerfuchsschwanz-Standort steht, ergibt sich hier die Möglichkeit mit dem Wirkstoff Propyzamid in den Produkten Kerb Flo, Milestone, … zu agieren. Um das optimale Ergebnis mit diesem Wirkstoff zu erzielen sind einige Punkte wichtig: Vegetationsruhe, unbedingt kalte Luft- und Bodentemperatur, leichter Frost von Vorteil, Bodenfeuchte. Für diese Maßnahme ist es jetzt noch zu früh! Nähere Infos hierzu erhalten Sie in einem der nächsten Warndienste.

 

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