Winterraps – Bisher keine nennenswerten Schäden
Wichtige Informationen aus dem Rems-Murr-Kreis vom 11.09.2026
Die im August gesäten Bestände befinden sich im 2-3-Blattstadium. „Trotz nicht ganz optimaler Aussaatbedingungen ist der Winterraps meist gut aufgelaufen,“ so die Erkenntnis der renommierten Pflanzenschutzexpertin A. Bäuerle vom Landwirtschaftsamt Rems-Murr-Kreis in Backnang mit dem dringenden Hinweis zur Beachtung: „Die Septembersaaten schieben das 1. Laubblatt bzw. sind am Auflaufen.“
Rapserdfloh und Schnecken - An den Monitoringstandorten im Kreis (Backnang, Hegnach, Welzheim, Ergebnisse abrufbar unter www.isip.de und dort unter der Rubrik Entscheidungshilfen-Rapsschädlinge) wurden bislang keine nennenswerten Schäden durch Rapserdflöhe festgestellt. Oben eingestellte Abbildung unterstützt bei der Einschätzung des Schadbildes.
Praxistipp: Wer jetzt noch keine Gelbschalen auf der Fläche hat, muss dies unbedingt umgehend nachholen. Die Erfahrung aus der letzten Jahre zeigt, dass die Situation bereits von Schlag zu Schlag völlig unterschiedlich sein kann. Der Bekämpfungsrichtwert liegt bis zum 3-Blattstadium bei 10% durch Fraß zerstörte Blattfläche.
Man glaubt es kaum nach der langanhaltenden Trockenheit, aber Schnecken sind bereits auf den Flächen unterwegs und fressen an der auflaufenden Saat. Behalten Sie diese gut im Blick ggf. gilt es Schneckenkorn im Randbereich nachzulegen.
Herbizidmaßnahmen - Dort wo als solche geplant, konnten die Vorauflauf- bzw. frühen Nachauflaufbehandlungen mit den Metazachlorhaltigen Produkten bereits gesetzt werden. Mit dem Raps läuft nun auch das Ausfallgetreide auf. Leider nicht zu knapp, besonders in den Mähdrescherspuren, da es aufgrund der Trockenheit im Vorfeld nur zögerlich gekeimt hat.
Praxistipps: Warten Sie bei hohem Besatz nicht zu lange mit der Bekämpfung. Es darf nicht zur Konkurrenz für den Raps werden. Die klassischen FOP´s zeigen nach wie vor gute Wirkung, z.B. Agil-S, Fusilade Max, Targa Super, … (auf den Einsatzzeitraum der Mittel achten!). Behalten Sie sich die DIM´s (z.B. Evolution, Focus Ultra, Select 240 EC, …) für einen späteren Zeitpunkt vor, wenn der Ackerfuchsschwanz mitbekämpft werden soll. Planen Sie darüber hinaus auf Ackerfuchsschwanzstandorten nach Vegetationsende unbedingt eine Anwendung mit dem Wirkstoff Propyzamid, z.B. Kerb Flo ein.
Wer eine Nachauflaufbehandlung der breitblättrigen mit LaDiva geplant hat, muss zwingend warten, bis der Bestand sicher im BBCH 12 ist, d.h. das zweite Laubblattpaar voll entwickelt ist und laut der Herstellerfirma u.a. folgende Punkte im Blick haben (Achten Sie dabei unbedingt auf die Informationen in der Gebrauchsanleitung!):
Mischungen mit Graminiziden (Flua Power, Fusilade Max, Focus Aktiv-Pack und Panarex) sind möglich
Mischungen mit Clethodimhaltige Produkten (bis max. 120 g Wirkstoff je Hektar) sind bis Ende September möglich, keine weiteren zusätzlichen Mischpartner hinzufügen
keine Mischung mit Agil S oder Targa Super (oder vergleichbaren Produkten)
Mischungen mit Fungiziden oder Wachstumsreglern sind teilweise möglich, keine Spritzfolge oder Tankmischungen mit Metconazol-haltigen Fungiziden im Herbst
zeitlicher Abstand zu nicht empfohlenen Mischpartnern: 1 Woche
zeitlicher Abstand zur zweiten Behandlung mit Belkar (wenn notwendig): 2 Wochen
keine Mehrfachmischung mit Graminiziden und Fungiziden
keine Mischung mit AHL
Praxistipp: Informationen zu den Herbizidmaßnahmen können auch dem aktuellen IP-Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026 – Ackerbau und Grünland“ ab S. 82 ff. entnommen werden. Hier der passende Link dazu: