Winterraps – Die Region im Blick
Wichtige Informationen des LRA Tübingen vom 06.10.2026
Aus Sicht des Tübinger Pflanzenschutzberaters A. Lohrer bringen die aktuellen Niederschläge etwas Erholung für die trockengestressten Bestände. Unter diesem Aspekt blickt der langjährig versierte, amtliche Pflanzenschutzexperte heute in seine Beratungslandkreis Tübingen und gibt entsprechende, kulturspezifische und regional gültige Handlungsempfehlungen.
Wenn in dichten Beständen, die zum Überwachsen neigen, richtigerweise aufgrund der Trockenheit auf Wachstumsreglermaßnahmen verzichtet wurde, können diese nun ab 4 bis 6-Blatt-Stadium mit angepassten Aufwandmengen durchgeführt werden. Mögliche Mittel sind z.B. Tilmor, Folicur (Tebuconazol), Toprex, Carax, Architect, wobei Carax und Toprex die stärkste einkürzende Wirkung haben.
Eine Zumischung von Insektiziden gegen Rapserdflöhe ist nach unseren Beobachtungen auf den meisten Flächen nicht notwendig! Nur wenn auf einzelnen Schlägen innerhalb von 3 Wochen mehr als 50-75 Käfer in den Gelbschalen gefangen wurden ist eine Insektizidmaßnahme zur Verhinderung der Eiablage sinnvoll. Wenn eine Insektizidmaßnahme durchgeführt wurde steigt die Aktivität der Käfer zunächst an, deshalb sollten die Gelbschalen ca. 3-5 Tage nach der Applikation geleert (oder vor Behandlung entnommen und dann wieder neu aufgestellt) werden um den Neuzuflug zu erfassen.
Praxistipp: Auf Flächen mit verzetteltem Zuflug und Eiablage sind Maßnahmen gegen die Larven bei Überschreitung der Bekämpfungsrichtwerte ab ca. Ende Oktober deutlich wirkungsvoller und nachhaltiger als eine Käferbehandlung.