Winterraps – Die Rüssler fliegen
Wichtige Informationen aus dem Rems-Murr-Kreis vom 01.03.2026
Für die renommierte Pflanzenschutzexpertin und amtliche Beraterin A. Bäuerle hat der Zuflug der Rüssler mit der warmen Witterung wie erwartet eingesetzt. Die agile Backnanger Berater rät der Praxis im Rems-Murr-Kreis: „Kontrollieren Sie Ihre Gelbschalen und achten Sie auf die Einhaltung der Bekämpfungsrichtwerte (5 Große Rapsstängelrüssler in 3 Tagen / 15 Gefleckte Kohltriebrüssler in 3 Tagen jeweils in der Gelbschale mit Gitter)."
Aufgrund der hohen Niederschläge im Februar sind die meisten Flächen wassergesättigt und kaum befahrbar, auch wenn Sie oberflächlich abgetrocknet wirken. Der Gefleckte Kohltriebrüssler macht erst einen Reifungsfraß von gut 10 Tagen, so dass bei diesem die Behandlung noch gut hinausgezögert werden kann. Ist die Schadschwelle vom Großen Rapsstängelrüssler deutlich überschritten, ist so bald als möglich eine Anwendung empfehlenswert, da die Weibchen keinen Reifungsfraß machen (siehe Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz Nr. 2/2026 vom 13.02.2026).
Praxistipps: Zur Anwendung kommen Pyrethroide der Klasse II, wie Karate Zeon, Nexide (Aufbrauchfrist 30.09.2026), Decis forte, Sumicidin Alpha EC, … Sind bereits Rapsglanzkäfer vorhanden könnte auch das Klasse I-Pyrethroid Trebon EC eingesetzt werden.
Für die optimale Wirkung der Insektizide ist eine gute Benetzung wichtig, nehmen Sie nicht weniger als 250 l Wasser/ha. Die Temperaturen sollten am Behandlungstag im Tagesverlauf auf gut 15°C ansteigen. Verzichten Sie zu diesem frühen Zeitpunkt noch auf eine Borzugabe, da Bor den pH-Wert erhöht und es zu Wirkungsverlusten beim Insektizid kommt.
Weitere Informationen zu den Präparaten entnehmen Sie bitte dem aktuellen IP-Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2026“, S. 86f sowie der jeweiligen Gebrauchsanleitung. Die Dokumentation der Rapsschädlingen ist im Rahmen von IPSplus in Schutzgebieten Pflicht.