Winterraps – Ein aktueller Blick
Wichtige Informationen aus dem Landkreis Ravensburg vom 16.09.2026
„Vermeiden Sie bitte Routinebehandlungen, auch wenn die Insektizide nicht viel kosten!“ so die ausdrückliche Empfehlung des agilen und weitsichtigen Beratungstrios M. Längle, S. Löbner und M. Kreh vom Landwirtschaftsamt Ravensburg über die aktuelle Lage aus den Winterrapsbeständen in ihrem Beratungsgebiet. „Wenn in jeder Kultur einfach Mittel mitgenommen werden, weil sie billig sind und man sowieso fährt, obwohl keine Bekämpfung notwendig ist, fördern Sie so Resistenzen.“ Bedenken Sie auch, dass mit jeder Insektizidmaßnahme nicht nur Schädlinge, sondern auch Nützlinge erfasst werden. Wenn Sie auf solche Routinebehandlungen verzichten, können Sie bares Geld sparen. Bekanntlich dem Spruch: „Kleinvieh macht auch Mist“.
Erdfloh: Im ganzen Landkreis haben wir zehn Gelbschalen verteilt und beobachten so regelmäßig den Rapserdfloh. Bisher gibt es vereinzelt ein paar Fänge, aber nichts nennenswertes und schon gar nicht Bekämpfungswürdig.
Praxistipps: Es kamen auch immer wieder Nachfragen zwecks Pyrethroidresistenz gegenüber dem Erdfloh. Wir sammeln und schicken gefangene Erdflöhe ein und lassen diese auf Resistenzen untersuchen. Bisher wurden aber keine Auffälligkeiten festgestellt und so können, wenn eine Behandlung notwendig ist, die „normalen“ Pyrethroide eingesetzt werden.
Gräserbehandlung - Das Ausfallgetreide wächst und gedeiht und befindet sich teilweise schon im 3-Blatt-Stadium. Dieses Stadium ist optimal für eine Behandlung, da die Gräserherbizide ausschließlich über die Blattmasse aufgenommen werden. In o.a. Foto finden Sie in Winterraps einsetzbare Gräserherbizide zur Auswahl. „Sollten Sie auf Ihren Flächen resistenten Ackerfuchsschwanz haben, können Mittel mit dem Wirkstoff Propyzamid eingesetzt werden.“ Beachten Sie aber hierbei, dass eine nachhaltige Anwendung erst zum Vegetationsende / Winterruhe („Nikolausspritzung“) sinnvoll ist. Die Bodentemperatur sollte dann nämlich dauerhaft unter 10°C liegen.
Einkürzung - Früh gesäte Rapsbestände befinden sich im BBCH 13-14, andere erst im BBCH 11. Eine Wachstumsreglergabe verbessert die Winterhärte und verhindert das Abheben des Vegetationskegels. Sollten Sie eine frühe Gabe (BBCH 13 bis BBCH 15) geplant haben, dann kann mit geringeren Aufwandmengen gearbeitet werden. Eine Übersicht über die Mittel finden Sie in der Pflanzenbaubroschüre auf Seite 88: Integrierter Pflanzenschutz - Ackerbau und Grünland
Praxistipps: Denken Sie bitte auch an die Zugabe von Bor! Durch die Zugabe von Bor wird die Winterfestigkeit verbessert, da Hohlräume in den Wurzeln (Hohlherzigkeit) vermieden werden.
Vorsicht - Haben Sie die Herbizide LaDiva oder Belkar eingesetzt, ergeben sich folgende Beschränkungen: Nach dem Einsatz dürfen z.B. im Herbst keine Produkte mit dem Wirkstoff Metconazol (z.B. Carax, Efilor, Caramba, Plexeo, Ambarac) angewendet werden. Auch bei den zahlreichen Tebuconazol-Produkten unterscheiden sich die Zulassungen: Folicur und entsprechende Parallelprodukte sind zur Wuchsregulierung ab BBCH 14 zugelassen, Orius erst ab BBCH 16.